Kakaofrucht und Kakaobohnen

Internationaler Tag Kakao & Schokolade: In Westafrika beginnt die Kakaoernte

Ohne Kakao keine Schokolade. In den Hauptanbauländern Westafrikas beginnt jetzt die Kakaoerntesaison – in diesem Jahr unter besonders herausfordernden Bedingungen.

Die Faustregel besagt: Eine Kakaofrucht liefert mit ihren rund 50 Kakaobohnen den Rohstoff für 100 Gramm Milchschokolade, also eine Tafel. Der allergrößte Teil des Rohkakaos, den Deutschland importiert, nämlich fast 90 Prozent, stammt aus Westafrika. Deutlich über die Hälfte kommt aus der Republik Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste), knapp ein Fünftel aus Nigeria und rund 12 Prozent aus Ghana. Hier beginnt jetzt im Oktober die Erntezeit für die Kakaofrüchte. Zeitgleich beginnt in Europa und Deutschland die kühlere Jahreszeit und damit auch die Schokoladen-Saison.

World Cocoa & Chocolate Day am 1. Oktober

Auf diese Anlässe weist der World Cocoa & Cocolate Day hin, der Internationale Tag „Kakao & Schokolade“ am 1. Oktober, den die Internationale Kakaoorganisation (ICCO) ins Leben gerufen hat. Der Awareness-Tag nimmt die gesamte mit Kakao verbundene Produktionskette in den Blick.

Kakaofrüchte
Geerntete Kakaofrüchte.
Foto: Pierre-Yves Babelon – stock.adobe.com

Erntesaison unter besonderen Bedingungen

Durch die weltweite COVID-19-Pandemie beginnt die Kakaoernte dieses Jahr unter besonders herausfordernden Bedingungen. In den afrikanischen Ländern gelten zum Teil massive Reisebeschränkungen, Grenzschließungen und zum Teil Ausgangssperren. Die ICCO geht von leicht sinkenden Ernteerträgen aus, wie das Infozentrum Schokolade des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) schreibt.

Ente, Fermentation und Trocknung

Die Kakaoernte erfolgt in Handarbeit. Die Kakaoanbauer:innen und Erntehelfer:innen schneiden jede einzelne Frucht vorsichtig vom Baum. Die geernteten Kakaofrüchte öffnen sie und holen die frischen Samenstränge, die sogenannte Pulpe, heraus.

Geöffnete Kakaofrucht mit Pulpe
Geöffnete Kakaofrucht mit Pulpe.
Foto: Renate Wefers – stock.adobe.com

Die Farmer:innen lassen die Pulpen traditionell bedeckt mit Bananenblättern in Mulden im Boden oder aber in flachen Holzkisten gären. Die Fermentation dauert bis zu 7 Tage. Sie ist der erste wichtige Schritt für die Aromabildung und bestimmend für die Qualität des Rohstoffs. Dabei zersetzt sich das zuckerhaltige Fruchtfleisch, die Samen werden lagerfähig und erhalten das typische Kakaoaroma.

Nach der Fermentation werden die Kakaobohnen meist unter freiem Himmel, idealerweise auf großen siebartigen Tischen oder in gut belüfteten und ventilierten Trockenplätzen ausgebreitet. Hier trocknen sie rund 10 Tage.

Getrocknete Kakaobohnen
Getrocknete Kakaobohnen.
Foto: openwater – stock.adobe.com

In Säcken zum Hafen

Anschließend werden sie in 60 bis 70 Kilogramm schwere Säcke verpackt zur Weiterverarbeitung und Veredlung zu den großen Containerhäfen verbracht. Von dort reisen die Kakaobohnen zum Beispiel nach Deutschland zur Weiterverarbeitung. Aufgrund der Coronapandemie rechnen Experten mit Verzögerungen im Transport zum Hafen und mit einer verlangsamten Abfertigung des Kakaos für den Export.

Wie aus der Bohne dann Schokolade wird, erklärt das Infozentrum Schokolade des BDSI Schritt für Schritt in einer digitalen Ausstellung unter: ausstellung.schokoinfo.de

Tag der Schokolade und Tag des Kaffees

Der Internationale Tag „Kakao & Schokolade“ am 1. Oktober fällt jedes Jahr zusammen mit dem Tag des Kaffees. Wer beides gemeinsam feiern möchte, findet mit Kaffeeschokolade ein Produkt, das beides in sich vereint.

Mit Material von: Schokoinfo.de, BDSI.
Haupt-Beitragsbild (oben): tong2530 – stock.adobe.com

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