Ein Feld mit Artischocken in Frankreich

Botanicals: Diese 10 Pflanzen können eine gesunde Ernährung ergänzen

Von Artischocke bis Rosmarin – Wir stellen 10 Pflanzen vor, die als Lebensmittel schon seit Generationen geschätzt werden und dank ihrer hochwertigen Inhaltsstoffe auch in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden.

Pflanzen und pflanzliche Zubereitungen sind schon immer Teil der Ernährung des Menschen gewesen. Sie werden in Säften und Salaten, als Tee, in Spirituosen oder als Speisewürze verzehrt und sind in konzentrierter Form auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. So enthalten rund 17 Prozent aller verkauften Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland einen oder mehrere Pflanzenextrakte und helfen so, die Ernährung mit hochwertigen pflanzlichen Nährstoffen zu ergänzen.

Pflanzen liefern den Menschen wichtige Inhaltsstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett, aber auch Vitamine, Mineralstoffe und natürlich Wasser. Darüber hinaus enthalten sie die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Sekundäre Pflanzenstoffe sind Stoffe, die von Pflanzen produziert werden und daher Bestandteil unserer täglichen Ernährung sind. Sie geben den pflanzlichen Lebensmitteln ihre Farbe, dienen den Pflanzen als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder mikrobiellen Angriff und wirken darüber hinaus als Aromastoffe und Botenstoffe. Bislang sind etwa 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, wovon zwischen 5.000 und 10.000 in der menschlichen Nahrung vorkommen. Sie werden für den Menschen nicht zu den essenziellen Nährstoffen gezählt, beeinflussen aber eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen, weshalb verschiedene gesundheitsfördernde Effekte diskutiert werden.

10 beispielhafte Pflanzen

10 Pflanzen, die wegen ihrer botanischen Inhaltsstoffe und insbesondere auch wegen ihrer sekundären Pflanzenstoffe geschätzt werden und deshalb auch in konzentrierter Form als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, haben wir im Folgenden aufgeführt.

1. Artischocke

Artischocke
Artischocke mit Blättern und Herz. Foto: stock.adobe.com – marylooo

Die Artischocke (botanisch: Cynara cardunculus) ist eine distelartige Pflanze mit essbaren knospigen Blütenständen. Insbesondere die Artischockenherzen, die zartbitter schmecken, sind ein beliebtes Lebensmittel. In Nahrungsergänzungsmitteln kommen vor allem Extrakte der Artischockenblätter zum Einsatz. Diese enthalten zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, u.a. Derivate der Caffeoylchinasäure, aber auch Bitterstoffe wie das Cynaropicrin sowie Flavonoide (z.B. Luteolin).

2. Cranberry

Cranberrys
Cranberrys in einer Schale. Foto: nadianb – stock.adobe.com

Cranberrys (botanisch: Vaccinium macrocarpon) sollen ihren Namen angeblich vom Kranich haben, an dessen Schnabel die Staubfäden der Blüten erinnern. Ihr deutscher Name, Kranbeere oder Moosbeere, ist hingegen hier kaum bekannt. Cranberrys sind verwandt mit den Preiselbeeren und enthalten viel Vitamin C. Daneben stecken in ihnen viele sekundäre Pflanzenstoffe, allen voran Proanthocyanidine.

3. Ginkgo

Gingkoblätter
Gingkoblätter. Foto: jurgal – stock.adobe.com

Ginkgo (botanisch: Gingko biloba) ist ein Baum aus Asien, der dort seit Jahrtausenden als Tempelbaum, Nahrungs- und Heilpflanze bekannt ist. Inzwischen wächst er weltweit, auch in Deutschland. Er ist äußerst widerstandsfähig und kann bis zu 1.000 Jahre alt werden. Auf den Teller kommen traditionell die Gingkonüsse. Sie erinnern geröstet an den Geschmack von Pistazien, Kichererbsen oder Maronen. Gekocht schmecken sie leicht bitter. Aus den Blättern wird Tee und Extrakt gewonnen. Gingkoblätter enthalten die sekundären Pflanzenstoffe Flavonoide (zum Beispiel Quercetin), Terpenoide, Sitosterine und Anthocyane.

4. Ginseng

Ginsengwurzel
Ginsengwurzel. Foto: joanna-wnuk – stock.adobe.com

Ginseng (botanisch: Panax ginseng) ist eine Knolle mit ähnlicher Herkunft wie Ginkgo. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Gebirgswäldern Ostasiens. Dort gedeiht sie an schattigen Hängen. In China werden die Wurzeln seit über 2.000 Jahren genutzt. Diese bestehen zu zwei bis drei Prozent aus bestimmten Saponinen, zu denen die Ginsenoside zählen.

5. Granatapfel

Granatapfel ganz und geschnitten
Granatapfel und seine blutroten Kerne. Foto: Leonid – stock.adobe.com

Der Granatapfel (botanisch: Punica granatum), auch als Frucht der Götter oder Paradiesfrucht bezeichnet, gehört zu den Weiderichgewächsen. Er soll ursprünglich aus West- oder Mittelasien stammen. Granatapfel findet Erwähnung in der griechischen Mythologie und religiösen Schriften. Die Früchte, genauer die Kerne, sind eine beliebte Lebensmittelzutat. In der blutroten Frucht stecken Mineralstoffe wie Kalium und Eisen sowie B-Vitamine. Zudem enthält er Polyphenole und Flavonoide, sogenannte Antioxidantien.

6. Kurkuma

Kurkuma
Kurkuma: Als Wurzel und pulverisiert. Foto: Kenishirotie – stock.adobe.com

Kurkuma (botansich: Curcuma longa) gehört zur Familie der Ingwergewächse. Die Kurkumawurzel findet schon seit Jahrtausenden als Gewürz, aber auch als Farbstoff und Heilmittel weltweit Verwendung. Kurkuma ist ein Hauptbestandteil von Currypulver. Sie verleiht der Gewürzmischung ihre typische Farbe. Für die ockergelbe bis orange Färbung ist der sekundäre Pflanzenstoff Curcumin verantwortlich.

7. Mariendistel

Mariendistel
Wächst gern am Wegesrand in sandigen Böden: Mariendistel. Foto: annapimag – stock.adobe.com

Mariendisteln (botanisch: Silybum marianum) kommen vor allem im Mittelmeerraum vor. Hier wachsen sie auf trockenen Böden an Wegrändern und Viehweiden. Die Früchte der Mariendistel enthalten Flavone, Flavonoide, Bitterstoffe, biogene Amine, Gerbstoffe und Farbstoffe. Als besonders wertgebend wird das enthaltende Gemisch aus vier sekundären Pflanzeninhaltsstoffen angesehen, die zur Familie der Flavonolignane gehören.

8. Melisse

Melisse
Melissenblätter. Foto: oksix – stock.adobe.com

Die Melisse (botanisch: Melissa officinalis) gehört zu den Lippenblütlern und wird bis zu 80 Zentimeter hoch. Die Pflanze riecht zitronig, weshalb sie auch Zitronenmelisse genannt wird. Die Blätter sind eine Bereicherung vieler Gerichte, zum Beispiel als Zutat in Salaten, Nudelgerichten oder zu Fisch. Sie liefern ein ätherisches Öl mit Duftstoffen wie beispielsweise Citral, die für den Zitrus-Geruch verantwortlich sind, mit Terpenen wie beta-Caryophyllen und mit Gerbstoffen wie Rosmarinsäure und Kaffeesäure.

9. Kürbis

Kürbiskerne
Kürbiskerne. Foto: starush – stock.adobe.com

Kürbisse gehören zum beliebtesten Herbstgemüse, mit dem Höhepunkt rund um Halloween. Bekannt ist vor allem der Gartenkürbis (botanisch: Cucurbita pepo). Aus den Kürbisfrüchten werden leckere Gerichte wie Kürbiskuchen, Kürbissuppe und vieles mehr. Und auch die Samen, die Kürbiskerne, sind als Lebensmittel interessant. Sie enthalten neben Vitamin E, Selen und der Omega-6-Fettsäure Linolsäure reichlich Pflanzensterine (Phytosterole).

10. Rosmarin

Rosmarin
Ein Büschel Rosmarin-Zweige mit den aromatischen grünen Nadeln. Foto: Daniel Vincek – stock.adobe.com

Der Rosmarin (botanisch: Rosmarinus officinalis), ist ein immergrüner Halbstrauch, der zur Familie der Lippenblütler gehört. Im Europäischen Mittelalter war Rosmarin ein Symbol für die Liebe und wird schon seit langem als Gewürz – vor allem in der mediterranen Küche – sehr geschätzt. Rosmarin ist eine reiche Quelle für Polyphenole, besonders für Rosmarinsäure. Weitere Inhaltsstoffe sind ätherischen Öle, Flavonoide und Triterpene.

Welche Wirkungen haben Pflanzen und Pflanzenstoffe auf die Gesundheit?

Für die Prüfung und Zulassung gesundheitsbezogener Angaben zu Lebensmitteln ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuständig. Bei den bislang zugelassenen Aussagen (Liste) handelt es sich vorwiegend um solche zu Vitaminen und Mineralstoffen. Die Prüfung der Wirkung von Pflanzen und Pflanzeninhaltsstoffen steht noch aus.

Beitragsfoto: Foto: goanovi – stock.adobe.com

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