Insektenburger der Bugfoundation auf der Grünen Woche 2018

Insekten-Lebensmittel: Lust auf Burger und Nudeln aus Würmern?

Fast ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, Lebensmittel aus Insekten zu probieren. Welche Produkte gibt es schon in Deutschland?

31 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, Lebensmittel zu kaufen, die aus Insekten hergestellt sind. So lautet ein Ergebnis des Ernährungsreports 2019, den das Bundesministerium für Ernährung im Januar vorgestellt hat. Auf Streetfood-Märkten oder in speziellen Online-Shops konnten Interessierte schon seit mehreren Jahren essbare Insekten kaufen und probieren. Oder bei unseren Nachbarn: In der Schweiz haben Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken seit Mai 2017 eine Zulassung für den Einsatz in Lebensmitteln.

Ist Insekten-Food bei uns schon zugelassen?

In der EU gelten Insekten und Lebensmittel aus diesen seit der Änderung einer wichtigen Verordnung im Januar 2018 als „neuartige Lebensmittel“. Vorher war das nicht so ganz klar. Manche Länder wie Belgien oder die Niederlande gingen sehr offen mit Speiseinsekten um, andere Länder schränkten die Abgabe an Verbraucher stärker ein. Nun ist die Lage eindeutiger: Speiseinsekten und Insekten-Lebensmittel benötigen eine Zulassung. Eine solche gibt es bislang noch für kein Insekt.

„Aktuell liegen der EU-Kommission sechs Anträge für Insektenarten oder bestimmte Produkte daraus vor, über die sie noch zu entscheiden hat“,

sagt Peter Loosen, Experte für neuartige Lebensmittel beim Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft BLL, in einem Interview.

„Es gibt Anträge für verschiedene Grillenarten, Wanderheuschrecken, Mehlwürmer und sogenannte Buffalowürmer“, so Loosen. Eine Übergangsregelung sehe vor, dass Unternehmen, die bereits Produkte aus diesen Insekten im Angebot hatten, diese bis zu einer Entscheidung weiter verkaufen dürfen.

Insektenburger aus Würmern und Soja

Buffalowürmer – das sind die Larven einer Schwarzkäferart, die wie kleine Mehlwürmer aussehen – stecken zum Beispiel in Deutschlands erstem Insektenburger. Diesen produziert ein Startup-Unternehmen aus Osnabrück, die Bugfoundation. Die Burgerpattys bestehen knapp zur Hälfte aus Buffalowurm- und Sojaprotein. Auf der Grünen Woche im Januar 2018 in Berlin bot das Jungunternehmen den Burger zum Probieren an – mit sehr guter Resonanz. Mehrere Tausend Probierportionen gingen an die neugierigen Messebesucher. Im September folgte ein Auftritt in der beliebten Gründer-Show Höhle der Löwen.

Die Bugfoundation mit ihrem Insektenburger am Gemeinschaftsstand der deutschen Lebensmittelwirtschaft auf der Internationalen Grünen Woche 2018.

Insekten-Lebensmittel auf dem Markt

Inzwischen bekommt man zahlreiche Insekten-Food-Produkte in Handel und Gastronomie, unter anderem:

  • Der Insektenburger der Bugfoundation ist seit 2018 bundesweit in vielen REWE-und tegut-Märkten zu haben.
  • Die Burgerkette Hans im Glück bietet den Burger seit Februar 2019 testweise in 49 ihrer Restaurants an, unter dem Namen „Übermorgen“.
  • Insektennudeln des Unternehmens Plumento Foods sind in über 600 REWE-Märkten, bei dm und einigen Real– und Metro-Märkten zu kaufen.
  • Kaufland verkauft seit Ende Januar 2019 gewürzte ganze Insekten und Insekten-Snacks der französischen Marke Jimini’s.

Auch bei Insekten: Es muss schmecken

Viel wird im Zusammenhang mit Insekten-Lebensmittel über den Aspekt der Nachhaltigkeit gesprochen. In einer Laborstudie stellten Wissenschaftler der Universitäten Köln und Bern jedoch fest, dass die Probanden am ehesten Insekten-Produkte probieren wollten, wenn deren Fokus auf dem Genussaspekt lag. Für die allermeisten Deutschen kommt es beim Essen auf den Geschmack an, so der Ernährungsreport 2019. Das ist wohl auch bei Insekten-Essen nicht anders.

Insekten gab es auch auf der Grünen Woche 2019 wieder zu probieren.

Beitragsfoto: obs/Messe Berlin/Volkmar Otto

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