Autor: Manon

  • Kaffee ist ein Kulturgut

    Kaffee ist ein Kulturgut

    Im Podcast „ErnährungPlus – der FoodCast“ des Lebensmittelverbands dreht sich alles rund um Ernährung und Lebensmittel. In der aktuellen Folge ist Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands zu Gast. Im Lebensmittelmagazin.de gibt es die spannendsten Infos rund um das koffeinhaltige Heißgetränk zum Nachlesen.

    Herr Preibisch, wie viele Tassen Kaffee trinken Sie am Tag?

    Ich trinke acht, aber nicht Tassen, sondern Becher. Für mich ist Kaffee ein Genuss, ein Grundnahrungsmittel. Kaffee hat so viele Wirkungen. Das ist ja das Spannende. Kaffee ist einerseits anregend, gibt den Kick und zur gleichen Zeit kann Kaffee auch Entspannung bringen. Und genau mit diesen beiden Wechselwirkungen komme ich sehr gut durch den Tag und durch das Leben.

    Warum ist Kaffee in Deutschland und den nordischen Ländern so beliebt?

    Kaffee ist hier ein Kulturgut. Er gehört fest zur Alltagskultur, etwa bei Redewendungen wie „Lass uns auf einen Kaffee treffen“. Seine Vielfalt – ob schwarz, mit Milch, süß oder kräftig – macht ihn für jeden Geschmack attraktiv. In Skandinavien wird noch mehr Kaffee getrunken, vor allem wegen der langen Dunkelheit, die Kaffee als Stimmungsaufheller nützlich macht. Überraschenderweise trinken Länder wie Italien und Spanien weniger Kaffee pro Kopf als Deutschland.

    Ich habe „sizilianischer Espresso“ zu Hause – kommt der aus Sizilien oder woher stammt unser Kaffee?

    In Europa gibt es keinen echten Kaffeeanbau. Sizilien ist bekannt für kräftiges Rösten, aber nicht für den Anbau. Die meisten Bohnen kommen aus Brasilien (über 35 Prozent), Vietnam, Kolumbien, Indonesien und Äthiopien. Äthiopien ist das Ursprungsland der Arabica-Bohne, während Robusta ursprünglich aus Uganda stammt.

    Kann man den Unterschied zwischen brasilianischem und kolumbianischem Kaffee schmecken?

    Ja, die Unterschiede sind deutlich. Auch der Unterschied zwischen ostafrikanischem und vietnamesischem Kaffee ist leicht zu erkennen.

    Wie viele Kaffeesorten gibt es denn weltweit?

    Im Wesentlichen gibt es zwei Hauptsorten: Arabica und Robusta. Arabica ist vollmundiger, während Robusta kräftiger im Geschmack ist. Innerhalb dieser Sorten gibt es dann aber viele Züchtungen, ähnlich wie bei Wein oder Äpfeln.

    Und wie kommt die Kaffeebohne vom Baum bis in unsere Tassen?

    Die Reise ist lang. Der Kaffeebaum muss beschnitten werden, um die Ernte zu erleichtern, die sowohl von Hand als auch maschinell erfolgen kann. Der Baum trägt gleichzeitig Blüten, unreife und reife Kirschen, was die Ernte kompliziert macht, da man idealerweise nur die reifen Früchte pflücken möchte. Nach der Ernte wird das Fruchtfleisch entfernt, was oft in Wasserbecken geschieht. Der Kirschkern muss dann in der Sonne trocknen, bevor er verpackt und auf den Seeweg nach Europa geschickt wird.

    Die Reise kann je nach Herkunft fünf bis zehn Wochen dauern. In Europa wird der Kaffee entladen, gereinigt und gelagert. Beim Rösten bei etwa 200 Grad über 8 bis 20 Minuten entfaltet sich das Kaffeearoma. Die Bohnen werden danach abgekühlt, damit der Röstvorgang gestoppt wird, und müssen noch ausgasen. Schließlich wird der Kaffee verpackt, wobei ein Ventil das Entweichen von CO2 ermöglicht, ohne dass Sauerstoff eindringen kann. Dann gelangt der Kaffee zum Verbraucher, wo er gemahlen und aufgebrüht wird.

    Welche Zubereitungsart ergibt den besten Kaffee?

    Das hängt von den Vorlieben ab. Filterkaffee, Vollautomaten, Kapseln – alles hat seinen Reiz. Heute gibt es in vielen Haushalten mehrere Zubereitungsarten, um je nach Gelegenheit den passenden Kaffee genießen zu können. Kaffeezubereitung ist inzwischen auch ein Statussymbol in deutschen Küchen geworden.

    Ist es eigentlich immer noch so, dass Kaffeebauern und Erntehelfer oft nicht genug verdienen, um gut zu leben? Gibt es Möglichkeiten, das zu ändern?

    Ja, das ist ein ernstes Problem. Es ist nicht nur eine Frage des Kaffeeanbaus, sondern der allgemeinen wirtschaftlichen Situation in den Anbauländern, wo Mindestlöhne oft nicht eingehalten werden. Um fairen Handel sicherzustellen, gibt es das deutsche Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz. Wir führen regelmäßige Kontrollen und Audits durch, zahlen freiwillig mehr und nutzen Zertifizierungen. Aber bei zwölf Millionen Kaffeebauern weltweit, von denen viele nicht organisiert sind, ist es schwer, überall faire Bedingungen zu gewährleisten. Eine 100-Prozent-Garantie können wir leider nicht geben.

    Kommen wir mal zu den gesundheitlichen Aspekten: Wie viel Koffein ist in einer Tasse Kaffee enthalten, und wie viele Tassen pro Tag sind unbedenklich?

    Eine Tasse Kaffee enthält etwa 90 Milligramm Koffein. Jeder Mensch verarbeitet Koffein unterschiedlich, was erklärt, warum manche nach einer Tasse gut schlafen können und andere nicht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt, nicht mehr als 400 Milligramm Koffein pro Tag zu konsumieren, was ungefähr vier Tassen entspricht. Für Menschen, die gerne mehr Kaffee trinken möchten, gibt es auch entkoffeinierten Kaffee.

    Gibt es sonst noch Inhaltsstoffe im Kaffee, die erwähnenswert sind?

    Ja, Kaffee ist reich an Antioxidantien, die vor oxidativem Stress schützen und positive Effekte auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs haben können. Studien haben gezeigt, dass Kaffee auch vor Alzheimer und Diabetes schützen kann. Die Chlorogensäuren und Antioxidantien im Kaffee tragen zu diesen gesundheitsfördernden Eigenschaften bei.

    Ein Glas Wasser zum Kaffee
    Foto: Deutscher Lebensmittelverband / Bente Stachowske

    Warum gibt es in guten Cafés oft ein Glas Wasser zum Espresso? Entzieht Kaffee dem Körper tatsächlich Wasser?

    Das ist ein Mythos. Kaffee zählt zum Flüssigkeitshaushalt und trägt wie Wasser oder Saft dazu bei. Wer nicht an Kaffee gewöhnt ist, könnte anfangs häufiger auf die Toilette gehen, aber das gleicht sich schnell aus. Das Glas Wasser dient dazu, den Mund vor dem Espresso zu reinigen, um den Geschmack nicht durch vorherige Speisen zu beeinträchtigen.

    Und wie wird Kaffee entkoffeiniert, bleibt da wirklich kein Koffein zurück?

    Es bleibt immer eine geringe Menge Koffein zurück, deshalb sprechen wir von „entkoffeiniert“ und nicht „koffeinfrei“. Der Prozess, der vor über 100 Jahren in Bremen entwickelt wurde, ist komplex: Die Kaffeebohnen werden mit Wasserdampf behandelt, um die Poren zu öffnen. Ein Lösungsmittel wird hinzugefügt, um das Koffein zu entfernen. Danach wird der Kaffee getrocknet und ist bereit für den Röstprozess.

    Zum Schluss – was sind aktuelle Kaffeetrends?

    Zwei Trends sind besonders bemerkenswert: Erstens wird Kaffee zunehmend heller geröstet, der sogenannte Blond Roast, der vor allem in Skandinavien beliebt ist. Zweitens gewinnt Cold Brew an Beliebtheit, besonders in den USA. Dieser kalt gebrühte Kaffee schmeckt milder und süßer, da er über mehrere Stunden in kaltem Wasser zieht. In Deutschland wird Cold Brew wahrscheinlich in den nächsten Jahren genauso verbreitet sein wie Cappuccino oder Filterkaffee.

    Zur vollständigen Podcast-Folge geht es hier: Spotify

    Artikel-Teaserbild (oben): Holger Preibisch, Deutscher Kaffeeverband e. V. / Bente Stachowske

  • Ernährungsreport 2023 zeichnet Bild bewusster Verbraucherinnen und Verbraucher

    Ernährungsreport 2023 zeichnet Bild bewusster Verbraucherinnen und Verbraucher

    Die Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen, was ihnen schmeckt und geben an, dass sie beim Kauf auf die Auswirkungen auf Tier, Klima und Umwelt achten. Vegetarische Alternativprodukte hat jede und jeder Zweite schon einmal gekauft und der Nutri-Score ist mittlerweile flächendeckend bekannt – das sind einige Kernergebnisse im diesjährigen Ernährungsreport.

    Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat den Ernährungsreport 2023 „Deutschland, wie es isst“ veröffentlicht. Wie bereits für die in der Vergangenheit erschienenen Ernährungsreporte, wurden auch für die achte Ausgabe rund 1.000 Bundesbürgerinnen und -bürger ab 14 Jahre durch das Meinungsforschungsinstitut forsa telefonisch zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt (Erhebungszeitraum: 15. bis 26. Mai 2023).

    Titelbild vom Ernährungsreport 2023 des BMEL
    Copyright: BMEL

    Die Ergebnisse werden im Ernährungsreport 2023 unter folgenden 13 Überschriften vorgestellt:

    1. Was beim Essen wichtig ist
    2. Kochen macht Spaß
    3. Was wir täglich essen
    4. Pflanzliche Alternativen
    5. Gekauft wird, was schmeckt
    6. Verpackungen: wichtige Aufgaben
    7. Transparenz beim Einkauf
    8. Nutri-Score für gute Orientierung
    9. Weniger ist mehr – Zucker, Fett, Salz
    10. Essen außer Haus – vielfältig und lecker
    11. Erwartungen an Politik und Wirtschaft
    12. Kein Essen ohne Landwirtschaft
    13. Recht auf Nahrung weltweit sichern

    Geschmack steht über allem

    Ein guter Geschmack ist der wichtigste Grund (94 Prozent) für den Essenseinkauf. Eine deutliche Mehrheit (80 Prozent) achtet eigenen Angaben zu Folge darauf, wie die Tiere gehalten wurden. 74 Prozent legen Wert darauf, dass ein Lebensmittel umwelt- und ressourcenschonend produziert, fair gehandelt (73 Prozent) oder ökologisch erzeugt (72 Prozent) wurde. Interessant: Trotz Inflation ist angeblich nur für etwas mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) auch der Preis kaufentscheidend.

    Grafik zur Frage der wichtigen Aspekte beim Essen
    Copyright: BMEL

    Vegetarische und vegane Fleischalternativen spalten die Verbraucherinnen und Verbraucher

    Gut die Hälfte (53 Prozent) der Befragten hat schon mindestens einmal vegetarische und/oder vegane Alternativprodukte gekauft. Vor allem die Älteren sind zurückhaltender: 65 Prozent der über 60-Jährigen haben solche Produkte bisher noch nicht in den Warenkorb gelegt. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es nur 19 Prozent. Übrigens, knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) schränkt den Fleischkonsum bewusst ein und isst wenig oder nur selten Fleisch und Wurst – ernährt sich also flexitarisch. Diese Tendenz deckt sich mit den Umfrageergebnissen, die Civey im Auftrag des Lebensmittelverbands zum Tag der Lebensmittelvielfalt ermittelt hat.

    Verbraucherinnen und Verbraucher achten auf den Zuckergehalt, weniger auf Fett und Salz

    Beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln oder Fertigprodukten achten 62 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger ihren eigenen Angaben zufolge immer (25 Prozent) oder meistens (37 Prozent) darauf, wie viel Zucker das Produkt enthält. 49 Prozent achten beim Kauf solcher Lebensmittel immer (17 Prozent) oder meistens (32 Prozent) auf den Fettgehalt. Vergleichsweise wenige (29 Prozent) geben an, dass sie beim Kauf von verarbeiteten Lebensmitteln oder Fertigprodukten immer (11 Prozent) oder meistens (18 Prozent) auf den Salzgehalt achten.

    Grafik im Ernährungsreport 2023 des BMEL
    Copyright: BMEL

    Nutri-Score zwar bekannt, aber mit wenig Auswirkung auf das Kaufverhalten

    84 Prozent der Befragten geben an, dass sie den Nutri-Score beim Einkauf schon einmal auf einer Produktpackung wahrgenommen haben. Bei 34 Prozent der Befragten, die den Nutri-Score beim Einkauf schon einmal auf Produktpackungen wahrgenommen haben, kommt es nach eigener Angabe vor, dass sie Produkte innerhalb einer Produktgruppe anhand des Nutri-Scores miteinander vergleichen. Zwei Drittel (66 Prozent) tun dies nicht. Von denjenigen, die den Nutri-Score beim Einkauf auf Produktpackungen schon einmal wahrgenommen haben, geben lediglich 37 Prozent an, dass die Bewertung anhand des Nutri-Scores Einfluss auf ihre Kaufentscheidung hat.

    Meinungen der Befragten zu politischen Zielen im Bereich Ernährung und Landwirtschaft

    • Fast alle Befragten (91 Prozent) stimmen der Aussage voll und ganz oder eher zu, die Politik solle sich mehr für eine artgerechte Tierhaltung einsetzen.
    • Der Aussage, für Klimaschutz sei es wichtig, dass die Menschen weniger Fleisch essen, stimmt mit 77 Prozent ebenfalls eine deutliche Mehrheit zu.
    • Dass in Restaurants und Kantinen zu wenige Gerichte mit oder aus Bio-Lebensmitteln angeboten werden, meint etwa die Hälfte der Befragten (51 Prozent).
    • Zwei Fünftel (41 Prozent) teilen die Meinung, dass Obst und Gemüse zu teuer sind, mit Blick auf Fleisch- und Wurstprodukte finden dies dagegen nur 21 Prozent.
    • Nach ihrer Zustimmung im Zusammenhang mit verschiedenen Maßnahmen im Bereich Landwirtschaft und Ernährung gefragt, geben fast alle Befragten an, dass sie einer Förderung tier- und umweltgerechter Umbauten von Ställen für kleinere Betriebe (93 Prozent), einer Verpflichtung für Supermärkte, abgelaufene Lebensmittel zu spenden (93 Prozent) und einer Straffreiheit für die Entwendung von bereits entsorgten, aber noch genießbaren Lebensmitteln aus Müllcontainern von Supermärkten (91 Prozent) voll und ganz oder eher zustimmen.
    • Drei Viertel der Befragten (73 Prozent) stimmen einer Abschaffung der Mehrwertsteuer für Obst und Gemüse und etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) höheren Steuern auf Fleisch und Wurst für mehr Tierwohl zu.
    • Eine Zulassung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen findet hingegen nur bei jedem Viertem (27 Prozent) Zustimmung.

    Wichtig zur Einordnung der Ergebnisse: Die Befragten haben lediglich eine Aussage vorgelegt bekommen, zu der sie sich auf einer Skala von „Stimme voll und ganz zu“ bis „Stimme gar nicht zu“ äußern konnten. Hinweise auf Folgen, Auswirkungen und den gesamten Kontext einer Maßnahme waren nicht Teil des Fragebogens.

    Der vollständige Ernährungsreport kann auf der Internetseite des BMEL heruntergeladen werden.

    Hier die Links zu den Ergebnissen aus den Jahren 2020 und 2019.

    Artikel-Teaserbild (oben): Lucas – stock.adobe.com

  • Cold Brew Tea als Sommergetränk des Jahres

    Cold Brew Tea als Sommergetränk des Jahres

    Kalt zubereitete Tees, Cold Brew genannt, sind spezielle Teebeutel, die sich für den Kaltaufguss eignen. In immer größerer Vielfalt strömen sie auf den Markt und entwickeln sich laut Deutschem Tee & Kräutertee Verband damit zum kalorienarmen Sommerdrink des Jahres 2023.

    Cold Brew Teas sind aber nicht die einzigen Tees, die laut Deutschem Tee & Kräutertee Verband gerade trenden. Der Fachverband hat seine Mitglieder befragt, welche Sorten eine besondere Dynamik entfalten und laut der Hersteller neben klassischen Sorten besonders beliebt sind. Das Ergebnis:

    Cold Brew Teas

    Als neue Option gegenüber dem traditionellen Heißaufguss, entdecken derzeit immer mehr Verbraucher:innen Tees, die sich schnell und unkompliziert kalt zubereiten lassen. Hier bieten die Tee-Hersteller inzwischen eine ganze Palette von Kräuter- und Früchtetees in Beuteln an, die sich als erfrischende und abwechslungsreiche Durstlöscher einfach mit eiskaltem Wasser zubereiten lassen.

    Beauty- und Functional-Teas

    Tees, die aus Sicht der Verbraucher:innen einen Zusatznutzen haben, erfreuen sich stark steigender Beliebtheit. Sei es der kräftige Koffein-Kick von z. B. Mate, die beruhigende Wirkung einiger Kräuter oder erhoffte Wellness- und Entspannungs-Effekte. Tee, Kräuter- und Früchtetees, die nicht nur als reines Getränk wahrgenommen werden, liegen in der Gunst der Käufer:innen weiter vorne.

    Mocktails statt Cocktails

    Der Trend zu mehr bewusster Ernährung und mehr Wellness im Leben wirkt sich auch auf den Alkoholkonsum aus. Besonders in der Generation Z wird Alkohol nicht mehr automatisch mit einem unbeschwerten Lifestyle gleichgesetzt. Alkoholfreie Cocktails, also sogenannte Mocktails, schließen hier die Lücke. Dabei basieren viele der Rezepte auf Tees, Kräuter- und Früchtetees, mit deren natürlicher Vielfalt sich immer wieder neue alkoholfreie Varianten für Bar, Pool und Party kreieren lassen.

    Hauptsache natürlich

    Teefans stellen besonders hohe Anforderungen an ihr Lieblingsgetränk – auch hinsichtlich Herkunft, Erzeugung, Verarbeitung Transport und Verpackung. 2022 lag z. B. der Bio-Anteil bei Tees, Kräuter- und Früchtetees bereits mehr als doppelt so hoch wie der durchschnittliche Bio-Anteil des gesamten Lebensmittelmarktes in Deutschland. Der Wunsch nach Natürlichkeit und Nachhaltigkeit beeinflusst das Kaufverhalten von Teefans immer stärker und reicht inzwischen bis hin zu ressourcenschonenden Verpackungslösungen.

    Und für alle die jetzt Durst bekommen haben, hier das Sommerdrink-Rezept 2023 des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands:

    Cold Brew Limette-Minze Gurken Granita

    Rezept für 2 Portionen

    Zubereitungszeit: 20 Minuten plus zwei Stunden Gefrierzeit

    Zutaten

    • 150 g Cold Brew Limetten-Minze-Tee (alternativ ein ähnlicher Cold Brew Zitrus- oder Minze-Tee) – Anmerkungen zur Zubereitung siehe Beschreibung
    • 250 g Gurke, geschält und entkernt etwas Zitronensaft

    Optional

    • Süße nach Geschmack (Zucker oder Zuckeralternativen)

    Dekoration

    • etwas Minze
    • Scheibe Limette
    • Scheibe Gurke

    Zubereitung

    1. Den Cold Brew Tea doppelt so kräftig zubereiten, wie in der Packungsanleitung angegeben. Also nur die Hälfte des Wassers auf einen Teebeutel verwenden. Tipp: Der restliche Tee kann später zum Trinken wieder mit Wasser verdünnt werden.
    2. Sobald der Tee fertig ist, 150 g abwiegen und in ein hohes Gefäß oder einen Mixer geben.
    3. Die Gurke in Stücken sowie einen Spritzer Zitronensaft zugeben. Mit dem Stab- oder einem Handmixer fein pürieren.
    4. Falls gewünscht, mit Süße abschmecken.
    5. Die Tee-Gurken-Mischung ca. 2 cm hoch in eine Schale füllen.
    6. In den Gefrierschrank stellen und alle 30 Minuten mit einer Gabel umrühren, bis sich nach und nach kleine Eiskristalle bilden.
    7. Nach ca. zwei Stunden hat die Granita die richtige Konsistenz und kann in Gläser abgefüllt werden. Mit Minze, Limette und Gurke garnieren.

    Hinweis: Die Granita kann auch länger im Gefrierschrank bleiben, sie wird dann allerdings härter. Einfach wieder etwas antauen lassen und mit der Gabel zerkleinern. Frisch zubereitet, hat sie allerdings die beste Konsistenz.

    Nährwert pro 100 g:

    Brennwert 10 kcal/43 kJ
    Fett 0,1 g
    Kohlenhydrate 1,3 g
    Eiweiß 0,5 g

    Artikel-Teaserbild (oben): Vasiliy – stock.adobe.com

  • 5,1 Millionen Erwerbstätige, 619.000 Betriebe, 170.000 Produkte – die deutsche Lebensmittelwirtschaft in Zahlen

    5,1 Millionen Erwerbstätige, 619.000 Betriebe, 170.000 Produkte – die deutsche Lebensmittelwirtschaft in Zahlen

    Den größten Anteil der Erwerbstätigen in der Lebensmittelbranche bilden die Mitarbeiter:innen des Gastgewerbes (1.856.000), die meisten Betriebe sind im landwirtschaftlichen Sektor (258.700) angesiedelt und den höchsten Umsatz erzielte der Lebensmittelgroßhandel (253 Milliarden Euro) – das zeigen die aktuellen Branchenzahlen*, die der Lebensmittelverband Deutschland in Kooperation mit weiteren Verbänden** erhoben hat.

    Über fünf Millionen (5,1 Millionen) Menschen in Deutschland arbeiten für die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette, das sind 11,4 Prozent aller Erwerbstätigen, die für Versorgungs- und Lebensmittelsicherheit, Qualität und die Vielfalt von 170.000 Produkten stehen. Sie arbeiten in der Landwirtschaft (485.000), im Agrargroßhandel (62.710), im Handwerk (499.000), in der Ernährungsindustrie (638.831), im Lebensmitteleinzelhandel (1.300.000), im Lebensmittelgroßhandel (268.726) und im Gastgewerbe (1.856.000). Letzteren hatte Corona besonders hart getroffen. Durch die daraus resultierenden massiven Einschränkungen, Unsicherheiten, finanziellen Einbußen und rechtlichen Einstellungshemmnissen hat die Branche laut des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) in der Spitze rund 15 Prozent ihrer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und zahlreiche Minijobber:innen verloren. Mittlerweile erholt sich die Branche wieder.

    Insgesamt gehören rund 619.500 Betriebe zur Lebensmittelwirtschaft. Die meisten von ihnen (258.700 Betrieben) sind für die pflanzlichen und tierischen Rohstoffe zuständig, zählen also zur Landwirtschaft. Danach folgen das Gastgewerbe (197.800 Betriebe) und der Lebensmitteleinzelhandel (105.100 Betriebe). Den größten Umsatz erzielte der Lebensmittelgroßhandel (253 Milliarden Euro), dahinter kommt gleich der Lebensmitteleinzelhandel (242 Milliarden Euro) und mit weitaus größerem Abstand die Ernährungsindustrie (186 Milliarden Euro).

    Der Wertschöpfungsanteil der Branche liegt bei 6,2 Prozent. Das entspricht 188,5 Milliarden Euro. Insgesamt zeigen die Zahlen zwar in fast allen Bereichen einen leichten Rückgang durch die Corona-Krise – so gab es 2020 noch 5,45 Millionen Beschäftigte und 652.000 Betriebe – dennoch sind die Zahlen im Großen und Ganzen stabil.

    * 2021

    ** Deutscher Bauernverband (DBV); Deutscher Fleisch-Verband (DFV); Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA); Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH); Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA); Deutscher Konditorenbund (DKB); Bundesverband des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH); Handelsverband Deutschland (HDE)

    Artikel-Teaserbild (oben): Seventyfour – stock.adobe.com

  • Die Deutschen essen an Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen

    Die Deutschen essen an Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen

    Die Deutschen mögen es in der Advents- und Weihnachtszeit in Sachen Essen traditionell und klassisch: Kartoffelsalat mit Würstchen an Heiligabend und Geflügel, z. B. Gans, an den Feiertagen. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland.

    Mehr als die Hälfte aller Befragten (56,7 Prozent) weiß bereits Anfang Dezember, was an Heiligabend auf den Tisch kommt – der Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen (30 Prozent) (vgl. Grafik 1). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Geflügel (13,3 Prozent) und Fondue oder Raclette (11,8 Prozent). Auffallend: nur 3,8 bzw. 1,4 Prozent der Befragten essen ein vegetarisches bzw. ein veganes Hauptgericht. Damit ist sowohl die Zahl derer, die sich fleischfrei an Heiligabend ernähren im Vergleich zu 2020 (5 Prozent*) gesunken und diejenigen, die auf eine rein pflanzliche Kost setzen, sind ebenfalls weniger geworden (2 Prozent* in 2020). Der vermeintliche Trend hin zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung scheint sich zumindest an Weihnachten nicht widerzuspiegeln. Wahrscheinlich spielen die Flexitarier:innen, also diejenigen, die nur ab und zu Fleisch und Fisch essen, eine größere Rolle. Wo sonst verzichtet wird, wird an Heiligabend eine Ausnahme gemacht.

    Was an den Weihnachtsfeiertagen zubereitet wird, wissen immerhin schon 45,6 Prozent. Spitzenreiter ist trotz der Vogelgrippe und steigender Preise das Geflügel, also z. B. die Weihnachtsgans mit 42,2 Prozent. Weit dahinter sind Rinder- oder Schweinebraten (15,2 Prozent) und Wild (12,1 Prozent) (vgl. Grafik 2).

    Besonderheiten an Heiligabend:

    • Starke Unterscheide gibt es in den verschiedenen Altersklassen. Kartoffelsalat mit Würstchen wird vor allem von den Seniorinnen und Senioren gegessen (35,6 Prozent). Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es hingegen nur 15,2 Prozent. Sie essen lieber Geflügel (27,4 Prozent) oder Vegetarisch (18,9 Prozent).
    • Bemerkenswert ist die Verteilung der vegetarischen und veganen Gerichte. Vegetarisch wird in erster Linie von den 18- bis 29-Jährigen verzehrt (18,9 Prozent), an zweiter Stelle folgen die 30- bis 39-Jährigen mit 4,3 Prozent. In den weiteren Altersgruppen sind es dann nur noch knapp 3 Prozent. Rein pflanzlich feiern vor allem die 30- bis 39-Jährigen (4,4 Prozent). In den weiteren Altersgruppen sind es knapp 1 Prozent. ABER – die jungen Menschen von 18 bis 29 Jahren essen überhaupt nicht vegan (0 Prozent).
    • Auch regionale Unterschiede sind erkennbar – beim Kartoffelsalat gibt es ein starkes Ost-West-Gefälle: In allen östlichen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen liegt der Klassiker bei über 50 Prozent, in jedem zweiten Haushalt kommt er hier an Heiligabend auf den Tisch. In allen Bundesländern sind es zwischen 21,6 Prozent (Rheinland-Pfalz) und 34,6 Prozent (Berlin). Ganz anders konsumieren die Saarländer:innen, dort gibt es nur bei 12,2 Prozent der Befragten Kartoffelsalat mit Würstchen. Hier isst man am häufigsten Geflügel. Die meisten pflanzlichen Mahlzeiten gibt es in Schleswig-Holstein (2,1 Prozent), die meisten vegetarischen ebenso (4,8 Prozent).

    Besonderheiten an den Weihnachtstagen:

    • Fondue oder Raclette werden am liebsten von jungen Menschen gegessen (13,6 Prozent), die sich vermutlich an den Weihnachtstagen abseits der Familie mit Freunden in geselliger Runde treffen. Wildfleisch isst diese Gruppe mit 4,1 Prozent am wenigsten. Das wird eher von der älteren Generation, den 50- bis 64-Jährigen genossen (14,9 Prozent). Jede:r Zehnte der 18- bis 29-Jährigen isst nur ein normales Abendbrot (9,5 Prozent). In den anderen Altersgruppen bleibt es am 1. und 2. Weihnachtstag beim Essen feierlich mit Braten (Rind, Schwein oder Geflügel).
    • Fisch wird am ehesten von den Jüngeren oder den Älteren konsumiert mit je 5 Prozent in den Altersgruppen 18 bis 29 Jahre und 65+. In den Altersgruppen dazwischen wird Fisch an den Feiertagen fast gar nicht genossen, sondern eher an Heiligabend (zwischen 6 und 9 Prozent).

    Das wurde in den letzten Jahren gegessen

    43,3 Prozent der Befragten, die noch nicht wissen, was sie dieses Jahr zu Weihnachten essen möchten, haben Auskunft darüber gegeben, was sie in den letzten Jahren zubereitet und kredenzt haben. Auch hier führt an Heiligabend (vgl. Grafik 3) der Kartoffelsalat mit Würstchen (21,7 Prozent). Auf den Plätzen zwei und drei gibt es eine leichte Verschiebung, denn Fondue/Raclette liegt auf Platz zwei (15,8 Prozent), gefolgt von Geflügel (12,6 Prozent) auf Platz drei.

    An den Weihnachtstagen (vgl. Grafik 4) bleibt die Rangfolge mit Geflügel (26,3 Prozent), Rinder- oder Schweinebraten (14,5 Prozent) und Wild (9,8 Prozent) zwar gleich, aber das Geflügel wird deutlich weniger genannt als von denen, die schon wissen, was es geben wird. Interessant: Hier sind auch die Zahlen für Fisch, vegetarisches und veganes Essen höher. Das lässt die Vermutung zu, dass, sobald die Unentschlossenen eine Entscheidung getroffen haben, die tatsächlichen Zahlen für diese drei Hauptspeisen an Weihnachten doch höher ausfallen könnten, als es sich jetzt darstellt.

    Civey hat für den Lebensmittelverband Deutschland e. V. vom 18. bis zum 28.11.2022 rund 5.000 Bundesbürger ab 18 Jahren online zum Thema „Weihnachtsessen“ befragt. Alle Daten wurden im Civey eigenen Panel mit verifizierten Teilnehmer:innen erhoben. Die Ergebnisse sind unter Berücksichtigung des angegebenen statistischen Fehlers repräsentativ für die angegebene Grundgesamtheit. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie unter: https://civey.com/ueber-civey/unsere-methode.

    *repräsentative Forsa-Umfrage des Lebensmittelverbands im Dezember 2020

    Beitragsbild (oben): Kzenon – stock.adobe.com

  • Vanillekipferl sind die beliebtesten Weihnachtsplätzchen

    Vanillekipferl sind die beliebtesten Weihnachtsplätzchen

    Vanillekipferl sind die beliebtesten Weihnachtsplätzchen der Deutschen – am meisten selber gebacken werden aber Mürbeteigplätzchen. Das ergab eine repräsentative Civey-Umfrage* im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland.

    Kurz vor dem zweiten Advent haben erst 15,4 Prozent der Deutschen Weihnachtsplätzchen gebacken. Aber immerhin 36 Prozent planen, dies nachzuholen. Knapp jede:r Zweite möchte nicht in der Küche aktiv werden (44,8 Prozent). Für die Plätzchenbäcker:innen stellt sich aber die Frage: Welche Plätzchen dürfen es sein? Die Antwort scheint eindeutig: Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) backen Mürbeteigplätzchen, die dann mit weihnachtlichen Motiven wie Sternen, Tannenbäumen, Nikoläusen oder Glocken ausgestochen werden. Auf Platz zwei folgen Vanillekipferl (40,5 Prozent) vor Zimtsternen (19,6 Prozent). Eine Kombination, die sich anbietet, denn während man Vanillekipferl entweder ohne Ei oder nur mit Eigelb backt, braucht man für die Zimtsterne nur das entsprechende Eiweiß. Aber, die Backgewohnheiten sind nicht übereinstimmend mit den Vorlieben. Auf die Frage, welche Weihnachtsplätzchen am liebsten gegessen werden, antworten die Deutschen wie folgt: An erster Stelle stehen die Vanillekipferl mit 38 Prozent, gefolgt von Lebkuchen (35,7 Prozent) und erst auf dem dritten Rang die Mürbeteigplätzchen (33 Prozent).

    Besonderheiten:

    • Personen, bei denen Kinder im Haushalt leben, sind im Vergleich häufiger bei der Weihnachtsbäckerei aktiv. So haben hier schon ein Viertel der Befragten (25,1 Prozent) Plätzchen gebacken und 51,5 Prozent planen, dies noch zu tun.
    • Bei den Vorlieben gibt es leichte regionale Unterschiede. In Bayern und Sachsen-Anhalt isst man am liebsten Lebkuchen (45,4 bzw. 35 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern (36 Prozent), Sachsen (36,8 Prozent) und Brandenburg (34,7 Prozent) führen die Mürbeteigplätzchen und in allen anderen Bundesländern die Vanillekipferl die Liste an.
    • Schaut man auf die einzelnen Plätzchensorten und wo diese am meisten vernascht werden, zeigen sich folgende Ergebnisse: Vanillekipferl in Bayern (45 Prozent), Zimtsterne in Baden-Württemberg (34,9 Prozent), Kokosmaronen in Baden-Württemberg (27,9 Prozent), Makronen in Sachsen-Anhalt (18,6 Prozent), Lebkuchen in Bayern (45,4 Prozent), Pfeffernüsse in Mecklenburg-Vorpommern (18,9 Prozent, in allen anderen Bundesländern sind die Pfeffernüsse im einstelligen Bereich), Schwarz-Weiß-Gebäck in Mecklenburg-Vorpommern (17,2 Prozent) und Mürbeteigplätzchen in Sachsen (36,8 Prozent).
    • Und auch das Alter spielt eine Rolle. Jede:r Zweite zwischen 40 und 49 Jahren liebt Vanillekipferl. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 14,6 Prozent. Die junge Generation isst lieber Kokosmakronen (30,1 Prozent) und Lebkuchen (31, 4 Prozent).

    *Civey hat für den Lebensmittelverband Deutschland e. V. vom 18. bis zum 28.11.2022 rund 5.000 Bundesbürger ab 18 Jahren online zum Thema „Plätzchenbacken“ befragt. Alle Daten wurden im Civey eigenen Panel mit verifizierten Teilnehmer:innen erhoben. Die Ergebnisse sind unter Berücksichtigung des angegebenen statistischen Fehlers repräsentativ für die angegebene Grundgesamtheit. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie unter: https://civey.com/ueber-civey/unsere-methode.

    Beitragsbild (oben): M.studio – stock.adobe.com

  • Jedes zweite getrunkene Bier ist ein Pils

    Jedes zweite getrunkene Bier ist ein Pils

    Der Deutsche Brauer-Bund hat im Rahmen eines Pressegesprächs in Berlin die aktuellen Bier-Trends vorgestellt. Nach wie vor ist Pils die beliebteste Sorte. Den größten prozentualen Zuwachs verzeichnen helle Lagerbiere, die als „Helles“ bezeichnet werden.

    Rund 92 Liter Bier pro Person pro Jahr trinken die Deutschen. Und die beliebteste Biersorte ist mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent weiterhin das Pils. Weit abgeschlagen dahinter folgt mit neun Prozent Marktanteil das Helle. Als „Helles“ werden Lagerbiere bezeichnet, die blank gefiltert sind und eine hellgelbe Farbe haben. Sie sind vor allem in Bayern und Baden-Württemberg beliebt und konnten den größten Zuwachs verzeichnen. Der Absatz stieg um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Platz 3 belegen alkoholfreie Biere (sieben Prozent). Die alkoholfreien Biere und alkoholfreien Biermischgetränke sind in den vergangenen Jahren tatsächlich immer beliebter geworden. Seit 2007 hat sich die Produktion mehr als verdoppelt – auf gut 680 Millionen Liter im Jahr 2021. Der Deutsche Brauer-Bund glaubt, dass bald schon jedes zehnte in Deutschland gebraute Bier alkoholfrei sein wird. Auf Platz 4 folgen die Biermischgetränke mit ebenfalls sieben Prozent und Weizen auf Platz 5 mit einem Marktanteil von sechs Prozent. Marktforschungen zeigen ferner, dass regionale Spezialitäten wie Landbiere, Sauerbiere oder Kellerbiere, die zum Teil auf alten oder neu interpretierten Rezepturen beruhen, in der Gunst der Verbraucherinnen und Verbraucher steigen.

    Auswahl an verschiedenen Bieren
    1.500 deutsche Brauereien produzieren Tag für Tag eine Vielfalt von circa 50 verschiedenen Biersorten.
    Foto: Deutscher Brauer-Bund e. V.

    Die fünf beliebtesten Biersorten

    1. Pils
    2. Helles
    3. Alkoholfreie Biere/alkoholfreie Biermischgetränke
    4. Biermischgetränke
    5. Weizen

    Absatz stabilisiert sich

    Nach Darstellung des Brauer-Bund hat sich der gesamte Bierabsatz in Deutschland zwar zuletzt stabilisieren können, was aber nicht über das Ausmaß der aktuellen Energiekrise hinwegtäuschen könne, in der immer mehr Betriebe herbe Verluste erwirtschaften. Nach den schlechten Monaten Juni und Juli habe der Absatz im August 2022 zwar stark aufgeholt und lag sogar über dem Wert aus der Vor-Corona-Zeit (August 2019). Auf das bisherige Jahr gesehen liege der Gesamtbierabsatz aber um 350 Millionen Liter unter den Werten von 2019.

    Mehr zu der wirtschaftlichen Lage der Brauer unter https://brauer-bund.de/pressemitteilungen/energiekrise-belastet-die-deutsche-brauwirtschaft-bierabsatz-2022-holt-auf-doch-brauereien-bleiben-unter-druck-sommelier-ausbildung-und-hobbybrauen-liegen-im-trend/.

    Artikel-Teaserbild (oben): Deutscher Brauer-Bund e. V.

  • Vegetarische und vegane Ernährung weiter im Trend

    Vegetarische und vegane Ernährung weiter im Trend

    Der Trend zu einer vegetarischen bzw. veganen Ernährung hält an. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber – Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich mehr Unterstützung durch die Lebensmittelhersteller bei der Umstellung auf eine fleischfreie Kost.

    Anlässlich des Welt-Vegetarier-Tags (1. Oktober) und des Welt-Vegan-Tags (1. November) hat Kulinaria Deutschland in einer Studie mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut rheingold die Gründe für eine vegetarische bzw. vegane Ernährungsweise ermittelt. Meist haben Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich mehrere Gründe. Diese sind:

    • bewusstere Ernährung
    • Tierschutz
    • Klimaschutz
    • Religion
    • hohe Fleischpreise
    • Gesundheitsaspekte
    • geschmackliche Abneigung.

    Anhand dieser Aspekte wurden mit Hilfe tiefenpsychologischer Interviews vier Motivationstypen identifiziert:

    1. Typ Selbst-Erhaltung
    Dies ist eher eine „unfreiwillige“ Ernährungsumstellung. Meist sind es ältere Konsumentinnen und Konsumenten mit gesundheitlichen Einbrüchen (z. B. hohe Cholesterinwerte oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen) und konservativen Ernährungsgewohnheiten. Die Umstellung fällt schwer.

    2. Typ Selbst-Optimierung
    Durch alle Altersgruppen hinweg isst diese Gruppe eher funktional und Selbstoptimierung geht über Genuss. Das Ziel ist Fitness, Schlankheit und „ewige Jugend“. Sehr fokussiert und diszipliniert werden Lebensmittel auf Nährwerte und gesunde Inhalte geprüft.

    3. Typ Welt-Erhaltung
    Diese meist jüngere Gruppe und bevorzugt Frauen haben ethische Gründe und Ideale als Ursache für die gewählte fleischlose Ernährung: Klimaschutz, Tierschutz, Umweltschutz und Fairness sind hier die Treiber. Sie möchten „das Richtige tun“ und „auf der guten Seite sein“.

    4. Typ Welt-Entdeckung
    Welt-Entdeckerinnen und -Entdecker genießen es zu essen. Die Qualität des Essens steht im Vordergrund. Es gibt eine ausgeprägte Entdecker- und Probierlust. Essen ist hier eine sinnliche Erfahrung und der Einkauf Teil des Lustgewinns.

    Ersatzprodukte helfen bei Umstellung

    In den meisten Fällen helfen sogenannte Fleisch-Ersatzprodukte, die Aussehen, Textur und Geschmack des Originalprodukts nachahmen sollen, den Verbraucherinnen und Verbrauchern beim ersten Schritt der Ernährungsumstellung weiter. Auch die sozialen Medien sind als Hilfestellung für neue Zutaten und Rezepte ein fester Orientierungspunkt.

    Hilfe seitens der Lebensmittelbranche gefordert

    Dennoch fiel bzw. fällt vielen der Befragten die Ernährungsumstellung nicht leicht. Unter anderem wünschen sie sich mehr Unterstützung von Seiten der Hersteller. Gefragt ist hier eine noch breitere Produktauswahl, vor allem auch Produkte in niedrigeren Preisklassen. Besonders wichtig ist den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Orientierungshilfe der Herstellenden, wie beispielsweise die Nutzung von eindeutigen Siegeln für das schnelle Auffinden von vegetarischen/veganen Produkten oder auch bei der klaren Identifikation von tierischen und veganen Produkten. Eine Frage, mit der sich auch die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission im Rahmen des Leitsatzes für die Kennzeichnung vegetarischer und veganer Ersatzprodukte beschäftigt.

    Regeln für Kennzeichnung von Ersatzprodukten

    Aktuell gilt bei der Kennzeichnung folgende Regelung:

    • Bezeichnungen in Anlehnung an geschnittene Fleischstücke wie beispielsweise „Schnitzel“ und in Anlehnung an Lebensmittel aus zerkleinertem Fleisch wie „Frikadellen“ können verwendet werden.
    • Bezeichnungen für Kategorien von Wurstwaren, z. B. „Streichwurst“ oder „Bratwurst“ können verwendet werden.
    • Bezeichnungen für spezifische Wurstwaren wie „Lyoner“, „Salami“, „Leberwurst“ dürfen nicht verwendet werden bzw. nur in beschreibender Form wie „Typ Salami“ oder „nach Art Salami“.
    • Bezeichnungen, die in Anlehnung an spezielle gewachsene Fleischteilstücke wie „Schinken“ erfolgen, dürfen nicht verwendet werden.

    Beitragsbild (oben): exclusive-design – stock.adobe.com

  • Fast vier Tassen Kaffee am Tag – Konsum steigt weiter

    Fast vier Tassen Kaffee am Tag – Konsum steigt weiter

    Der Kaffeekonsum in Deutschland hat neue Rekordwerte erreicht. Kaffeetrinkerinnen und -trinker genießen im Schnitt 3,8 Tassen täglich. Diese und weitere spannende Fakten zum heutigen „Tag des Kaffee“ hat der Kaffeeverband zusammengetragen.

    Bereits zum 17. Mal feiern wir den „Tag des Kaffees“, den der Deutsche Kaffeeverband ins Leben gerufen hat, um das koffeinhaltige Heißgetränk zu ehren. Es ist eins der Lieblingsgetränke der Deutschen, denn von 83 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner sind 66 Millionen tatsächlich auch Kaffeetrinkerinnen und -trinker. Rund 169 Liter trinken die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger im Schnitt pro Jahr. Zum Vergleich: Beim Tee sind es 71,5 Liter, bei Bier ca. 92 Liter.

    Grafik zur Entwicklung des Kaffeekonsums in Deutschland

    Und auch in diesem Jahr gibt es rund um den Aktionstag ein paar interessante Fakten vom Kaffeeverband:

    1. Der Kaffeedurst in Deutschland steigt. Im zweiten Quartal 2022 konsumierten Kaffeetrinker pro Kopf und pro Tag durchschnittlich 3,8 Tassen. Das sind fünf Prozent mehr als im Gesamtjahr 2021 (3,6 Tassen) und plus neun Prozent im Vergleich zum Vorpandemiejahr 2019 (3,5 Tassen).
    2. Die positive Entwicklung ist auf den gestiegenen Konsum in der Gastronomie zurückzuführen. Nach vielen Lockdowns endlich wieder ausgehen können! In den Monaten April bis Juni 2022 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee in Gastronomie-Locations 56 Prozent über dem Konsum in 2021 und 21 Prozent über dem Level vor Corona im Jahr 2019. Insgesamt werden 4,6 Prozent des Kaffees in Cafés und Co. und nochmal 2,3 Prozent „to go“ verzehrt. Ungefähr jede achte Tasse wird am Arbeitsplatz konsumiert (12 Prozent).
    3. Der Konsumort Nummer eins ist aber eindeutig das private Umfeld. Rund 81 Prozent des in Deutschland getrunkenen Kaffees wird im eigenen Zuhause, bei Freunden, Bekannten oder Verwandten genossen.
    4. Filterkaffeemaschinen sind am häufigsten verbreitet. 31 Prozent der deutschen Haushalte besitzen einen Kaffeevollautomaten – Tendenz steigend. Am häufigsten ist aber ein altbekannter Klassiker, die Filterkaffeemaschine, vertreten. Sie ist in jeder zweiten Küche (46 Prozent) zu finden. Zusammen bereiten Kaffeevollautomat und Latte Macchiato zu Hause 57 Prozent aller Tassen zu.
    5. Es darf gern ein Tässchen mehr sein. 65 Prozent der regelmäßigen Kaffeetrinkerinnen und Kaffeetrinker genießen mehrfach am Tag Kaffee oder Kaffeegetränke. Weitere 27 Prozent einmal täglich und acht Prozent mehrmals über die Woche verteilt.
    6. Zu Hause wird Kaffee überwiegend klassisch genossen. Gern mit Milch (45 Prozent) oder schwarz (34 Prozent). Kaffeespezialitäten wie Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato und Co. werden in den eigenen vier Wänden zu 21 Prozent getrunken. In der Gastronomie darf es dagegen auch öfter mal etwas Besonderes sein: Spezialitäten werden dort mehr als doppelt so häufig (45 Prozent) ausgeschenkt.
    7. Kaffee bietet Starthilfe in den Tag. Kaffeeduft in der Frühe – für jeden zweiten Kaffeetrinker ein festes Ritual: 47 Prozent des koffeinhaltigen Kaffees wird morgens genossen und jede fünfte Tasse am Nachmittag konsumiert.

    Artikel-Teaserbild (oben): Rawpixel.com – stock.adobe.com

  • Wie viel Liter Tee trinken die Deutschen?

    Wie viel Liter Tee trinken die Deutschen?

    Die Teewirtschaft hat Grund zur Freude: Im Jahr 2021 stieg der Pro-Kopf-Verbrauch von Tee um 1,5 Liter auf 71,5 Liter. Davon entfallen 42,7 Liter auf Kräuter- und Früchtetees und 28,8 Liter auf Schwarz- und Grüntees.

    Im Jahr 2021 wurden deutschlandweit jede Minute knapp 95.000 Tassen Tee getrunken. Das sind rund 50 Milliarden Tassen Tee, davon knapp 19 Milliarden Tassen Schwarz- und Grüntee sowie gut 31 Milliarden Tassen Kräuter- und Früchtetee. Das zeigt der neue Tee-Report 2022 des Deutschen Tee und Kräutertee-Verbands.

    Infografik zum Gesamtmarkt des Teeverbrauchs in Deutschland

    Tee bedient allgemeine Ernährungs- und Lifestyle-Trends

    Die Gründe für die steigende Beliebtheit von Tee sieht die Teewirtschaft vor allem in der bunten Teevielfalt, mit welcher die unterschiedlichsten Erwartungen erfüllt werden: Gesunde, ausgewogene Ernährung, mehr Achtsamkeit, bewusstes Genießen und mehr Nachhaltigkeit. Auch der Bio-Anteil von Tee liegt inzwischen doppelt so hoch wie der durchschnittliche Bio-Anteil des gesamten Lebensmittelmarkts in Deutschland. Bei der Angebotsform dominieren zwar weiterhin die losen Tees mit 55 Prozent zu 45 Prozent Tees in Beuteln. Dennoch zeichnet sich ab, dass Verbraucher:innen vermehrt zu Teebeuteln greifen und praktische Convenience-Lösungen damit auf dem Vormarsch sind.

    Infografik zum Vergleich: loser Tee oder Beuteltee

    Diese Teesorten sind am beliebtesten

    Bei den Kräuter- und Früchtetees dominieren weiterhin die aromatisierten Mischungen. Bei den Monosorten, die insgesamt weniger gefragt waren, halten die „Klassiker” Pfefferminze und Kamille ihre traditionell starke Position in der Beliebtheitsskala. Nach einem zwischenzeitlichen Corona-Tief ist Rooibos zurück und verzeichnet erstmals wieder ein Plus. Und nicht nur „heiß“ ist Tee beliebt: Beispiele für neue, kalte Teegetränke sind etwa Cold Brews, Eistees, Bubble Teas oder Ready-to-Drink-Varianten, mit denen sich vor allem jüngere Zielgruppen für die große Welt des Tees begeistern lassen. Mit 400 verschiedenen Pflanzenteilen von rund 300 Pflanzen steht dabei den Herstellern eine riesige Auswahl an Möglichkeiten zur Verfügung.

    Wo kaufen die Deutschen ihren Tee?

    68 Prozent der Tees werden im Lebensmitteleinzelhandel gekauft, 10 Prozent in Teefachgeschäften und 8,5 Prozent in Drogeriemärkten, hier vor allem Kräuter- und Früchtetees.

    Der Tee-Report mit weiteren Informationen und Infografiken steht unter https://www.teeverband.de/presse/marktzahlen/id-2022/tee-report-2022/ zum Download zur Verfügung.

    Einen Blick über den deutschen „Tassenrand“ hinaus wagt Lebensmittelmagazin.de übrigens am 23. September. Dann besuchen wir die französische Teemarke Kusmi in der Normandie.