Autor: redaktion

  • Ist Deutschland gesellschaftlich auf den Worst Case vorbereitet? – Tilman Kuban (CDU) und Ralf Stegner (SPD) im „Küchenkabinett“

    Ist Deutschland gesellschaftlich auf den Worst Case vorbereitet? – Tilman Kuban (CDU) und Ralf Stegner (SPD) im „Küchenkabinett“

    In der neuen Ausgabe des „Küchenkabinetts“ diskutiert Christoph Minhoff mit Tilman Kuban (CDU) und Ralf Stegner (SPD) in Zeiten des in der Ukraine wütenden „Putin-Krieges“ u. a. über die Frage, ob wir in Deutschland gesellschaftlich auf den Worst Case vorbereitet wären. Im Mittelpunkt stehen dabei eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht, das 2-Prozent-Ziel der Nato-Finanzierung und die Auswirkung des Bedrohungsszenarios auf die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

    Die Diskussion wird kulinarisch begleitet durch den Koch Ben Perry. Serviert wird den Gästen eine Tomatensuppe mit Sauerteigbrotchips und Risotto mit Ziegenkäse und Müritz-Forelle.

    „Die wirtschaftlichen Sanktionen waren richtig und ein starkes Signal. Aber wenn wir den Menschen keine Waffen liefern, dann wird die Armee von Wladimir Putin – und wir sehen was gerade in Mariupol passiert – die Städte eiskalt aushungern lassen. Das sind Praktiken aus dem Mittelalter.“

    Tilman Kuban ist Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands und Mitglied im CDU-Bundesvorstand. Seit 2021 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

    „Im Bundestagswahlkampf gab es eine Diskussion über wertegeleitete Politik versus realitätsbezogene Außenpolitik. Und ich glaube, wertegeleitet muss sie sein in der Demokratie, anders geht das nicht. Aber wenn sie nicht realitätsbezogen ist, ist sie gefährlich.“

    Ralf Stegner ist stellvertretendender SPD-Vorsitzender und Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD Schleswig-Holstein. Seit 2021 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.

    Den kompletten Talk im „Küchenkabinett“ gibt es hier eingebettet oder auf dem YouTube-Kanal des Magazins Cicero unter:

    → https://www.youtube.com/watch?v=zwW_6c6X2d8 ←

    Die vorhergehenden Folgen des „Küchenkabinett“ gibt es hier:

    1. Folge mit Dietmar Bartsch (Die Linke) und Peter Ramsauer (CSU)
    2. Folge mit Ria Schröder (JuLis) und Kevin Kühnert (Jusos)
    3. Folge mit Dorothee Bär (CSU) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)
    4. Folge mit Ricarda Lang (Grüne Jugend) und Konstantin Kuhle (FDP)
    5. Folge mit Katja Kipping (Die Linke) und Carsten Linnemann (CDU)
    6. Folge mit Michael Müller (SPD) und Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
    7. Folge mit Carla Reemtsma (Fridays for Future) und Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz
    8. Folge mit Bettina Jarasch (Grüne Berlin) und Publizist Albrecht von Lucke
    9. Folge mit Gregor Gysi (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP)
    10. Folge mit Mike Mohring (CDU) und Klaus Ernst (Die Linke)
    11. Folge mit Peter Tschentscher (SPD) und Pianist Joja Wendt
    12. Folge mit Daniel Caspary (CDU) und Michael Bloss (Grüne)
    13. Folge mit Christoph Ploß (CDU) und Jens Teutrine (FDP
    14. Folge mit Katharina Beck (Grüne) und Jana Schimke (CDU)

  • Klimaschutz in der „Fortschrittsgesellschaft“ – Katharina Beck (Grüne) und Jana Schimke (CDU) im „Küchenkabinett“

    Klimaschutz in der „Fortschrittsgesellschaft“ – Katharina Beck (Grüne) und Jana Schimke (CDU) im „Küchenkabinett“

    Die beiden Bundestagsabgeordneten Katharina Beck (Grüne) und Jana Schimke (CDU) diskutieren im „Küchenkabinett“ mit Christoph Minhoff über Klimaschutz in der „Fortschrittsgesellschaft“ und darüber, wer sich das leisten kann. Während Einigkeit darüber besteht, dass Klimaschutz einen wichtigen Wert an sich darstellt, verläuft die politische Diskussion um den richtigen Weg dorthin kontrovers.

    Die Diskussion wird kulinarisch begleitet durch die Sterneköchin Sonja Frühsammer.

    „Ja, man braucht Investitionen, um dieses Land zu erneuern. … aber KEIN Klimaschutz ist viel teurer.“

    Katharina Beck war von 2017 bis 2021 Mitglied des Wirtschaftsbeirats der Grünen. 2021 kandidierte sie als Direktkandidatin für den Bezirk Hamburg-Nord sowie als Spitzenkandidatin für den Listenplatz 1 der Grünen Hamburg und zog über die Landesliste in den Bundestag ein.

    „Man kann auch unbequeme Wahrheiten umsetzen, aber der Mehrwert muss für die Menschen erkennbar sein.“

    Jana Schimke ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. Sie ist stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Dahme-Spreewald und Mitglied im Landesfachausschuss Wirtschaft und Arbeit Brandenburg.

    Den kompletten Talk im „Küchenkabinett“ gibt es hier eingebettet oder auf dem YouTube-Kanal des Magazins Cicero unter:

    → https://www.youtube.com/watch?v=qGdlLZ7VJHI ←

    Die vorhergehenden Folgen des „Küchenkabinett“ gibt es hier:

    1. Folge mit Dietmar Bartsch (Die Linke) und Peter Ramsauer (CSU)
    2. Folge mit Ria Schröder (JuLis) und Kevin Kühnert (Jusos)
    3. Folge mit Dorothee Bär (CSU) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)
    4. Folge mit Ricarda Lang (Grüne Jugend) und Konstantin Kuhle (FDP)
    5. Folge mit Katja Kipping (Die Linke) und Carsten Linnemann (CDU)
    6. Folge mit Michael Müller (SPD) und Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
    7. Folge mit Carla Reemtsma (Fridays for Future) und Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz
    8. Folge mit Bettina Jarasch (Grüne Berlin) und Publizist Albrecht von Lucke
    9. Folge mit Gregor Gysi (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP)
    10. Folge mit Mike Mohring (CDU) und Klaus Ernst (Die Linke)
    11. Folge mit Peter Tschentscher (SPD) und Pianist Joja Wendt
    12. Folge mit Daniel Caspary (CDU) und Michael Bloss (Grüne)
    13. Folge mit Christoph Ploß (CDU) und Jens Teutrine (FDP)

  • Über Generationengerechtigkeit und modernem Konservatismus – Christoph Ploß (CDU) und Jens Teutrine (FDP) im „Küchenkabinett“

    Über Generationengerechtigkeit und modernem Konservatismus – Christoph Ploß (CDU) und Jens Teutrine (FDP) im „Küchenkabinett“

    Nach der Bundestagswahl ist das Parlament deutlich jünger – die beiden Abgeordneten Christoph Ploß (CDU) und Jens Teutrine (FDP) stehen beispielhaft dafür. In der neuen Folge des „Küchenkabinetts“ diskutieren sie mit Christoph Minhoff über Generationengerechtigkeit, „modernen“ Konservatismus und einen Freiheitsbegriff, der aber auch gesellschaftliche Verantwortung beinhaltet.

    Im Gespräch bei gutem Essen entsteht ein Gesellschaftsentwurf der Zukunft, kulinarisch begleitet durch die Sterneköchin Sonja Frühsammer.

    „Politik muss generationsübergreifend sein.“

    Christop Ploß ist seit der Bundestagswahl 2017 Mitglied des Bundestages und seit September 2020 Landesvorsitzender der CDU Hamburg.

    „Freiheit ist nicht mit Egoismus gleich zu setzen.“

    Jens Teutrine ist Vorsitzender der Jungen Gruppe innerhalb der FDP-Bundestagsfraktion. Seit Mai 2021 gehört er als gewähltes Mitglied dem FDP-Bundesvorstand an.

    Den kompletten Talk im „Küchenkabinett“ gibt es hier eingebettet oder auf dem YouTube-Kanal des Magazins Cicero unter:

    → https://www.youtube.com/watch?v=DTfzCOXAXeM ←

    Die vorhergehenden Folgen des „Küchenkabinett“ gibt es hier:

    1. Folge mit Dietmar Bartsch (Die Linke) und Peter Ramsauer (CSU)
    2. Folge mit Ria Schröder (JuLis) und Kevin Kühnert (Jusos)
    3. Folge mit Dorothee Bär (CSU) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)
    4. Folge mit Ricarda Lang (Grüne Jugend) und Konstantin Kuhle (FDP)
    5. Folge mit Katja Kipping (Die Linke) und Carsten Linnemann (CDU)
    6. Folge mit Michael Müller (SPD) und Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
    7. Folge mit Carla Reemtsma (Fridays for Future) und Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz
    8. Folge mit Bettina Jarasch (Grüne Berlin) und Publizist Albrecht von Lucke
    9. Folge mit Gregor Gysi (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP)
    10. Folge mit Mike Mohring (CDU) und Klaus Ernst (Die Linke)
    11. Folge mit Peter Tschentscher (SPD) und Pianist Joja Wendt
    12. Folge mit Daniel Caspary (CDU) und Michael Bloss (Grüne)

  • Über die Verbindung von Ökologie und Ökonomie – Daniel Caspary (CDU) und Michael Bloss (Grüne) im „Küchenkabinett“

    Über die Verbindung von Ökologie und Ökonomie – Daniel Caspary (CDU) und Michael Bloss (Grüne) im „Küchenkabinett“

    In der neuesten Folge des Küchenkabinetts diskutiert Gastgeber Christoph Minhoff mit Daniel Caspary (CDU), Vorsitzender der CDU-Landesgruppe im Europaparlament, und Michael Bloss (Bündnis 90/Die Grünen), Europaabgeordneter und ehemaliger Sprecher der Federation of Young European Greens (FYEG), über die Verbindung von Ökologie und Ökonomie.

    Auf dem landwirtschaftlichen Versuchsgut Kirschgarthausen bei Mannheim machen sich die drei vom allgegenwärtigen Thema der Corona-Krise frei und schauen in die Zukunft. Welche Schlüsse lassen sich aus dem Corona-Krisenmanagement für andere Herausforderungen wie etwa dem Klimawandel ziehen? Wie viel Transformation kann man der Bevölkerung zumuten? Ab wann verliert man den Rückhalt in ihr? Und wie kann die nötige Transformation schnell genug funktionieren, ohne bloß auf Verbote und Verzicht zu setzen?

    Eine politische Gegenüberstellung, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum Vorschein bringt

    Daniel Caspary (CDU) ist seit Juli 2017 Vorsitzender der deutschen CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament und dadurch Mitglied im Präsidium der CDU Deutschland. Michael Bloss (Bündnis 90/Die Grünen) war von 2013 bis 2015 Sprecher der Federation of Young European Greens (FYEG). Im Mai 2019 wurde er ins Europäische Parlament gewählt.

    Den kompletten Talk im „Küchenkabinett“ gibt’s eingebettet hier oder auf dem YouTube-Kanal des Magazins Cicero unter:

    → https://www.youtube.com/watch?v=JAMx5jMpk60 ←

    Die vorhergehenden Folgen „Küchenkabinett“ gibt’s hier:

    1. Folge mit Dietmar Bartsch (Die Linke) und Peter Ramsauer (CSU)
    2. Folge mit Ria Schröder (JuLis) und Kevin Kühnert (Jusos)
    3. Folge mit Dorothee Bär (CSU) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)
    4. Folge mit Ricarda Lang (Grüne Jugend) und Konstantin Kuhle (FDP)
    5. Folge mit Katja Kipping (Die Linke) und Carsten Linnemann (CDU)
    6. Folge mit Michael Müller (SPD) und Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
    7. Folge mit Carla Reemtsma (Fridays for Future) und Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz
    8. Folge mit Bettina Jarasch (Grüne Berlin) und Publizist Albrecht von Lucke
    9. Folge mit Gregor Gysi (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP)
    10. Folge mit Mike Mohring (CDU) und Klaus Ernst (Die Linke)
    11. Folge mit Peter Tschentscher (SPD) und Pianist Joja Wendt

  • Schwarze Kunst aus dem Norden: Lakritze

    Schwarze Kunst aus dem Norden: Lakritze

    Lakritze liebt oder hasst man: Glatt, salzig, gezuckert oder scharf, Hauptsache schwarz! Lebensmittelmagazin.de ist in der Sommerfrische an der Ostsee und informiert sich über die norddeutsche Spezialität.

    „Südlich von Hannover gibt es fast keine Lakritze mehr“, behauptet der Naschikönig. „Deswegen kommt ganz Deutschland hierher, je nachdem welches Bundesland gerade wann Ferien hat, um Lakritze und andere Süßigkeiten zu kaufen.“ Seit 17 Jahren residiert der Naschikönig mit seiner Frau im Busen der Natur am sanft-hügeligen Ufer der Schlei, unweit von Eckernförde in Schleswig-Holstein in seinem hölzernen Kiosk, umzäunt und jetzt coronabedingt mit großen Hinweistafeln „Einlass nur nach Aufforderung“. „Im Hochsommer kann die Schlange hier durchaus schon mal anderthalb Stunden dauern, es sind auch schon vier Stunden geworden“, zwinkert er.

    Der Kiosk vom Naschikönig am Ufer der Schlei, unweit von Eckernförde in Schleswig-Holstein.
    Foto: Johannes S. – lebensmittelmagazin.de

    Audienz beim Naschikönig

    Die Kundinnen und Kunden dürfen zwischen vorverpackten Döschen mit Naschkram oder Zettel und Papier entscheiden. Bei Letzterem ist man konfrontiert mit einer gewaltigen Auswahl an Naschwerk. „600 Sorten Süßigkeiten insgesamt, davon allein 120 Sorten Lakritz in allen erdenklichen Formen und Geschmäckern aus dem In- und Ausland. Ich arbeite mit circa 35 Lieferanten, jeden zweiten Tag kommen die Kartons und Paletten rein. Die Logistik ist die Hölle, macht aber auch großen Spaß!“ Auch wenn die Haltbarkeit der süßen Glücklichmacher bei ungefähr zweieinhalb Jahren läge, sei das Meiste doch innerhalb von einer Woche wieder nachzubestellen.

    Auf riesigen Tafeln stehen die Süßigkeiten mit Kurzinformationen zu Geschmack, Herkunft, Aussehen und sonstigen wichtigen Eigenschaften.
    Foto: Johannes S. – lebensmittelmagazin.de

    Auf riesigen Tafeln stehen die Listen an Süßigkeiten mit Kurzinformationen über Geschmack, Herkunft, Aussehen und sonstigen wichtigen Eigenschaften. „Eine Sache ist mir sehr wichtig. So wie ich Lakritze nach jeweiligen Sorten in ihren Kiste lagere, so verkaufe ich Lakritze in einzelnen Tüten, sortiert nach glatt, gesalzen, gezuckert und scharf, damit sich das nicht durcheinander mischt. Es gibt natürlich einzelne Kunden, die explizit nach gemischten Tüten verlangen. Das sind dann meistens auch die, die innerhalb von zehn Minuten so eine Tüte verdrücken.“ An der Bretterwand hängen Schilder, die auf vegane und diabetikergeeignete Süßigkeiten verweisen. „Veganismus ist für mich erstmal eine Einstellung. Es gibt aber Kunden, die aus gesundheitlichen Gründen drauf angewiesen sind“, erklärt der Naschikönig. Er geht kurz nach hinten und kommt mit einer ziemlich dicken Kladde zurück; in Eigenleistung hat er für jedes Produkt die Zutaten und Nährwerte erfasst.

    Wer die Wahl hat, hat die Qual!

    Einige Besucher:innen kommen, die große Auswahl scheint sie zu überfordern und so schauen sie sich erstmal um. Das ist die Gelegenheit, selber bei den schwarzen Süßigkeiten zuzuschlagen. Mit Stift und Zettel bewaffnet wandert der Blick über die Tafeln. Bei Veilchenpastillen, Lakritze mit Veilchengeschmack kommt eine vage Erinnerung aus der Kindheit, her damit! Salmiakpulver zum drüberstreuen über Eis und Joghurt klingt spannend, ebenso wie „Hexenheuler“ und „Pfefferlinsen“, die laut Tafel ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis während der Autofahrt parat halten. Der Hinweis „Lieblingssorte der Enkelin“ bei den bunten Oktopussen, sorgt für schmunzeln und wird mit Gedanken an die eigene Tochter aufgeschrieben, auch „Himbeersalmiak“, klingt abgefahren und ideal für den töchterlichen Geschmack. „Heavy Metall“ – salzige Salmiaklakritze mit Chili könnten krass sein. „Schulkreide“ wiederum ist ebenfalls eine Kindheitserinnerung als Geschenk vom Apotheker. Die Dose Belcanto mit Lakritz gegen Halsschmerzen und für die Stimme erscheint eine erfreuliche Alternative zum Salbeibonbon zu sein. Die „XXL Einhörner“ sind hinsichtlich der Tochter unumgänglich. Zuletzt kommt noch eine fertige Dose mit einem Potpourri salziger Lakritze für die Patentante dazu und ab mit der Liste und der Dose zum Naschikönig.

    Eine kleine Auswahl des umfangreichen Sortiments – mit XXL-Einhorn und einer Dose Belcanto.
    Foto: Johannes S. – lebensmittelmagazin.de

    Die Weisheit des Naschikönigs

    Er nimmt die Dose und schaut ernst: „In dieser Dose sind nur Einzelstücke. Deswegen solltest du ein Tempo auf den Tisch legen und jedes einzelne fotografieren, bevor du es genießt. Du glaubst gar nicht, mit was für Beschreibungen die Leute hinterher schon zu mir gekommen sind, weil sie die Sorte nochmal haben wollten.“ Auf Nennung der einzelnen Sorten zaubert der Naschikönig innerhalb weniger Sekunden aus hunderten von Dosen hinter sich das Gewünschte hervor und packt es in die jeweilige Tüte. „Himbeersalmiak“? Er stockt: „Da fehlt noch was davor oder danach, so macht es bei mir nicht klick.“ Keine Chance, angesichts der unüberschaubaren Bestelltafel ist der Himbeersalmiak nicht wieder auszumachen und fällt leider raus. „Deswegen sage ich den Kunden, sie sollen ganz exakt den Namen aufschreiben.“ Während der Unterhaltung, dem Griff nach hinten, dem Verpacken in die jeweilige Tüte, schiebt der Naschikönig scheinbar nebenbei die Perlen eines Abakus zur Seite. Kurzer Blick, dann sagt er: „Macht 5,90 Euro. Ohne Abakus kann ich mich nicht unterhalten. Am Anfang musste ich deswegen oft die Tüten nochmal ausschütten um nachzurechnen.“

    Unterstützung für den Naschikönig – der Abakus.
    Foto: Johannes S. – lebensmittelmagazin.de

    Haupt-Artikelbild (oben): Picture Partners – stock.adobe.com

  • Über die Kraft der Musik und Kunst in einer Krise – Peter Tschentscher (SPD) und Pianist Joja Wendt im „Küchenkabinett“

    Über die Kraft der Musik und Kunst in einer Krise – Peter Tschentscher (SPD) und Pianist Joja Wendt im „Küchenkabinett“

    In der neuesten Folge des Küchenkabinetts diskutiert Gastgeber Christoph Minhoff mit Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, und Pianist Joja Wendt über Politik und Kultur während und nach der Corona-Pandemie.

    Tschentscher ist zu einem der Gesichter des Corona-Krisenmanagements in Deutschland geworden. Durch kluges und faktenbasiertes Handeln konnte er das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Im Küchenkabinett trifft er auf Joja Wendt, Starpianist und Musikerklärer, mit dem er sogar schon am Klavier gesessen hat. Beide besprechen mit Christoph Minhoff die Kraft der Musik und Kunst in einer Krise.

    Wie steht es um die Kulturbranche? Hat die Corona-Pandemie die Wertschätzung von Kultur erhöht? Und die Rolle des Staates verändert? Wie sollten Politik und Gesellschaft den wissenschaftlichen Diskurs navigieren? Und wie können Musik und Politik die Spaltung der Gesellschaft überwinden beziehungsweise Kontroversen für den Fortschritt nutzen?

    Ein politisch-künstlerisches Crossover der Extraklasse

    Peter Tschentscher (SPD) ist seit März 2018 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg; er war in dieser Funktion turnusgemäß von Oktober 2018 bis September 2019 Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. Joja Wendt ist Pianist und Komponist. Er betreibt eine Online Piano-Academy, bei der das Improvisieren und freie Spielen gelehrt wird.

    Den kompletten Talk im „Küchenkabinett“ gibt’s eingebettet hier oder auf dem YouTube-Kanal des Magazins Cicero unter:

    → https://www.youtube.com/watch?v=zwdZhqmk_oY ←

    Die vorhergehenden Folgen „Küchenkabinett“ gibt’s hier:

    1. Folge mit Dietmar Bartsch (Die Linke) und Peter Ramsauer (CSU)
    2. Folge mit Ria Schröder (JuLis) und Kevin Kühnert (Jusos)
    3. Folge mit Dorothee Bär (CSU) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)
    4. Folge mit Ricarda Lang (Grüne Jugend) und Konstantin Kuhle (FDP)
    5. Folge mit Katja Kipping (Die Linke) und Carsten Linnemann (CDU)
    6. Folge mit Michael Müller (SPD) und Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
    7. Folge mit Carla Reemtsma (Fridays for Future) und Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz
    8. Folge mit Bettina Jarasch (Grüne Berlin) und Publizist Albrecht von Lucke
    9. Folge mit Gregor Gysi (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP)
    10. Folge mit Mike Mohring (CDU) und Klaus Ernst (Die Linke)

  • Wie kann Deutschland nach der Pandemie wieder zusammenwachsen? – Mike Mohring (CDU) und Klaus Friedrich Ernst (Die Linke) im „Küchenkabinett“

    Wie kann Deutschland nach der Pandemie wieder zusammenwachsen? – Mike Mohring (CDU) und Klaus Friedrich Ernst (Die Linke) im „Küchenkabinett“

    In der neuesten Folge des Küchenkabinetts diskutiert Gastgeber Christoph Minhoff im Lichte der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl mit seinen Gästen Klaus Ernst (Die Linke) und Mike Mohring (CDU).

    Fulminant hat Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt Rückenwind für die CDU organisiert und die Linke musste erkennen, dass ihre Themen beim Wähler nicht mehr ziehen. Sind die Fischbrötchen auf dem Tisch für Klaus Ernst also ein Katerfrühstück und für Mike Mohring Symbol für einen großen Fang? Gemeinsam mit Christoph Minhoff debattieren sie über, verlorenes Vertrauen, globale und nationale Verteilungsgerechtigkeit, die Zukunft des Landes und die immer stärker verschwimmenden Konturen im politischen Spektrum.

    Ist die deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte? Sollte man die Sonderrolle Ostdeutschlands nach 30 Jahren beenden? Wie kann das Land nach der Pandemie wieder zusammenwachsen? Und wie schaffen es die politischen Akteure, an die unterschiedlichen Lebensrealitäten der Menschen anzuknüpfen und Politikverdrossenheit entgegenzuwirken? 

    Mike Mohring ist ehemaliger Partei- und Fraktionsvorsitzender in Thüringen und aktuell Präsidiumsmitglied der CDU. Bei der Bundestagswahl 2021 tritt er für den Wahlkreis 191 (Jena – Sömmerda – Weimarer Land I) als Direktkandidat an. Klaus Ernst ist Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages und seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der anstehenden Bundestagswahl tritt er im Wahlkreis Schweinfurt/Kitzingen als Direktkandidat an.

    Den kompletten Talk im „Küchenkabinett“ gibt’s eingebettet hier oder auf dem YouTube-Kanal des Magazins Cicero unter: 

    → https://youtu.be/YU98bGWJZyg ←

    Web-Talkshow „Küchenkabinett“

    In Kooperation mit dem Magazin Cicero präsentieren die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Lebensmittelverband Deutschland das „Küchenkabinett“ als Talk-Format, das die Kultur feiert – Gesprächskultur, Esskultur, politische Kultur. Hier treffen sich Menschen zum Gespräch, die als Politiker die Geschicke unseres Landes lenken oder beeinflussen und im politischen Meinungsstreit klar Stellung beziehen. Was sie verbindet ist ihre Begeisterung für gutes Essen. Lebensmittelmagazin.de unterstützt das Format als weiterer Medienpartner.

    Mehr Küchenkabinett

    Die vorhergehenden Folgen „Küchenkabinett“ gibt’s hier:

    1. Folge mit Dietmar Bartsch (Die Linke) und Peter Ramsauer (CSU)
    2. Folge mit Ria Schröder (JuLis) und Kevin Kühnert (Jusos)
    3. Folge mit Dorothee Bär (CSU) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen)
    4. Folge mit Ricarda Lang (Grüne Jugend) und Konstantin Kuhle (FDP)
    5. Folge mit Katja Kipping (Die Linke) und Carsten Linnemann (CDU)
    6. Folge mit Michael Müller (SPD) und Virologe Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
    7. Folge mit Carla Reemtsma (Fridays for Future) und Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz
    8. Folge mit Bettina Jarasch (Grüne Berlin) und Publizist Albrecht von Lucke
    9. Folge mit Gregor Gysi (Die Linke) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP)

  • Fisch aus Aquakultur: ASC-Siegel auf über 70 Prozent der Zuchtfischprodukte

    Fisch aus Aquakultur: ASC-Siegel auf über 70 Prozent der Zuchtfischprodukte

    Welche Fischprodukte stammen aus verantwortungsvoller Zucht? Darauf gibt das ASC-Siegel Hinweis. Es findet sich heute auf über 70 Prozent der Fischprodukte aus Aquakultur im Supermarkt, wie eine Marktanalyse zeigt.

    Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 2010 gemeinsam vom WWF und der Initiative für nachhaltigen Handel (IDH) gegründet wurde, um eine Zertifizierung von verantwortungsvollen Fischzuchten auf der ganzen Welt zu entwickeln und umzusetzen. Die ASC-Standards verlangen, dass die Leistung der Fischfarmen sowohl an ökologischen als auch an sozialen Anforderungen gemessen wird. Seit 8 Jahren gibt es das ASC-Siegel, das auf den Produkten auf eine ASC-Zertifizierung hinweist.

    ASC mit weiter Verbreitung in Kühl- und Tiefkühlregalen im Supermarkt

    Im Jahr 2020 trug ein Großteil der Aquakultur-Produkte in den Supermärkten das ASC-Siegel oder andere Siegel. Das zeigt eine Marktanalyse des Marktforschungsunternehmen DTO Research, die der ASC im März 2021 veröffentlicht hat.

    Das Ergebnis:

    • 72 Prozent (581 Produkte) der untersuchten Seafood-Produkte aus Aquakulturen waren ASC-zertifiziert.
    • 21 Prozent (169 Produkte) trugen andere Siegel wie Naturland oder das EU-Bio-Siegel.
    • Nur 7 Prozent aller Produkte, nämlich 59, trugen gar kein Siegel.

    Für die Analyse wurden 809 Fischprodukte in 38 Filialen der 9 in Deutschland vertretenen Handelsketten untersucht. Die Produkte waren Tiefkühlprodukte und gekühlte Produkte, wobei Fisch der Hauptbestandteil sein musste. Sie wurden anschließend mit der ASC-Datenbank sowie mit den Einzelhändlern bzw. Markenherstellern abgeglichen.

    Von 809 untersuchten Seafood-Produkten aus Aquakultur trugen 581 das ASC-Siegel
    Von 809 untersuchten Seafood-Produkten aus Aquakultur trugen 581 das ASC-Siegel.
    Grafik: ASC

    Spezies mit längeren Lieferketten meist mit ASC-Siegel

    Ein Blick auf die verschiedenen Spezies zeige laut ASC zudem, dass Eigen- als auch Herstellermarken insbesondere bei Fischen und Meeresfrüchten mit langen Lieferketten und Transportwegen fast ausschließlich auf das ASC-Siegel setzen. Weißfuß-Garnelen (Litopenaeus vannamei) seien am häufigsten in den Regalen der Einzelhändler zu finden und in großer Mehrheit ASC-zertifiziert: 318 von 338 Garnelenprodukten trugen zum Zeitpunkt der Untersuchung das ASC-Siegel, das entspricht 94 %.

    [Was es zu TK-Fisch noch zu wissen gibt, erfährst du hier.]

    Haupt-Beitragsbild (oben): Ash Smith/ASC

  • Nachhaltigere Zuckeralternativen: Sind Agavendicksaft & Co. besser als Haushaltszucker?

    Nachhaltigere Zuckeralternativen: Sind Agavendicksaft & Co. besser als Haushaltszucker?

    Manche Verbraucher:innen denken, Ahornsirup, Agavendicksaft, Rohrzucker und Kokosblütenzucker seien eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Haushaltszucker, der in Europa überwiegend aus Zuckerrüben gewonnen wird. Was ist da dran?

    Die meisten Verbraucher:innen in Deutschland süßen ihre Speisen mit herkömmlichem Zucker, der in Europa fast ausschließlich aus der Zuckerrübe gewonnen wird. Klar, man kann auch mit anderen Produkten süßen. So machen „exotische“ süßende Alternativen von sich reden, wie Ahornsirup, Agavendicksaft, Rohr- und Kokosblütenzucker. Immer wieder hört und liest man, dass sie nachhaltiger oder sogar „gesünder“ sein sollen als herkömmlicher Rübenzucker. Stimmt das?

    Geschlossener Kreislauf für Rübenzucker

    Zunächst zum Haushaltszucker: Er wird in Europa fast ausschließlich aus Zuckerrüben gewonnen, die auch in Deutschland im großen Stil angebaut und verarbeitet werden. Rund 20 Zuckerfabriken befinden sich direkt in den Hauptanbaugebieten (u.a. in der Braunschweiger und Hildesheimer Börde, Köln-Aachener Bucht, Gebieten am Main, an der Donau, in Württemberg und in der Leipziger Tieflandbucht), so dass die Transportwege vom Feld zur Fabrik und danach in die Supermärkte vergleichsweise kurz sind. Zugegeben, um aus den Rüben Zucker zu gewinnen, sind einige Produktionsstufen erforderlich.

    Was viele Verbraucher:innen aber nicht wissen: Rübenzucker wird in einem geschlossenen Kreislauf produziert. Das heißt: Es werden alle Produkte der Rübe verwendet, die während der Zuckerherstellung anfallen, sei es als Futtermittel, Düngemittel oder als Rohstoff für andere Erzeugnisse. Auch das Wasser, das in der Fabrik benötigt wird, gewinnt man aus den wasserreichen Rüben.

    Zuckerrüben, in Deutschland angebaut und verarbeitet
    Zuckerrüben, in Deutschland angebaut und verarbeitet.
    Foto: Jürgen Fälchle – stock.adobe.com

    „Exoten“ haben lange Transportwege

    Rübenzuckeralternativen wie Agavendicksaft, Ahornsirup, Kokosblütenzucker oder Rohrzucker haben ebenfalls einen natürlichen Ursprung. Sie stammen aber nicht aus Deutschland, sondern von anderen Kontinenten:

    • Agavendicksaft wird aus der Agave gewonnen, einem Kaktus, der überwiegend in Mexiko angebaut wird – häufig in Monokulturen.
    • Ahornsirup stammt überwiegend aus Kanada. Man stellt ihn aus dem Saft des Ahornbaumes her.
    • Rohrzucker wird aus Zuckerrohr produziert. Er wächst vor allem in Brasilien, Indien, China, Thailand, Mexiko und Australien. Zuckerrohr benötigt sehr viel Wasser (etwa doppelt so viel wie Zuckerrüben), mit der Folge, dass Zuckerrohrfelder teilweise (z. B. in Indien) künstlich bewässert werden müssen. Eine Untersuchung eines Beratungsunternehmens ergab zudem, dass die Auswirkung von brasilianischem Rohrzucker auf den Klimawandel viermal so hoch ist wie von Rübenzucker.
    • Kokosblütenzucker gewinnt man aus dem Nektar der Kokospalmen. Hauptanbaugebiete sind Indien, Indonesien, Sri Lanka, die Philippinen und Thailand sowie tropische Regionen in Südamerika und Afrika.

    Viele Alternativen haben also sehr weite Transportwege hinter sich bis sie in den Supermärkten landen, was sich zusammen mit weiteren Faktoren wie der Produktionsweise ungünstig auf die Ökobilanz auswirken kann. Manche Zuckeralternativen gibt es auch in Bio-Qualität. In einer 2018 veröffentlichten Studie wurde eine vergleichende Analyse der ökologischen und sozialen Auswirkungen von in der Schweiz produziertem Bio-Rübenzucker und importiertem Bio-Fairtrade-Rohrzucker aus Paraguay durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen mit Blick auf die Ökobilanz, dass der Bio-Rübenzucker einen besseren Umweltfußabdruck aufweist als der Bio-Fairtrade-Rohrzucker aus Paraguay. Die Produktion von Bio-Rübenzucker geht nach den Ergebnissen der Studie  mit 37 Prozent weniger Umweltbelastungen einher als dies beim Rohrzucker aus Paraguay der Fall ist. In beiden Fällen trägt der landwirtschaftliche Anbau mit knapp 70 bis knapp 60 Prozent bedeutend zum Umweltfußabdruck bei.

    Zuckerfabrik in Paraguay
    Zuckerfabrik in Paraguay. Foto: zaschnaus – stock.adobe.com

    Keine gesundheitlichen Vorteile

    Reiner Haushaltszucker (Saccharose) liefert etwa 400 Kalorien pro 100 Gramm. Weitere Nährstoffe enthält er nicht. Die „Exoten“ schneiden aus gesundheitlicher Sicht nicht unbedingt besser ab. Agavendicksaft und Ahornsirup liefern zwar bezogen auf 100 Gramm weniger Kalorien als normaler Zucker (etwa 300 bzw. 270 Kalorien pro 100 Gramm), nennenswerte Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen enthalten diese Produkte jedoch nicht, vor allem, wenn man die üblichen Verzehrmengen betrachtet. Außerdem gilt: Wer Kalorien sparen möchte, sollte immer auch die unterschiedliche Süßkraft der verschiedenen Zuckeralternativen beachten, denn die Süßkraft ist für die benötigte Menge entscheidend. Des Weiteren sollte man bedenken: In der Küche wird Zucker auch eingesetzt, um Lebensmitteln mehr Masse oder ein bestimmtes Mundgefühl zu geben. Zuckeralternativen sind daher nur bedingt gegeneinander austauschbar.  

    „Exotische“ süßende Lebensmittel sind also nicht generell ökologischer oder aus gesundheitlichen Gründen zu bevorzugen. Wer die geschmackliche Vielfalt sucht, der findet bei Zuckeralternativen durchaus Abwechslung, denn jedes Produkt hat seine charakteristische Note und seinen Platz im Rahmen einer ausgewogenen Gesamternährung

  • Müllvermeidung im Lockdown: 30 Prozent nutzen eigene Behältnisse beim Lebensmitteleinkauf, deutlich weniger für Takeaway-Essen

    Müllvermeidung im Lockdown: 30 Prozent nutzen eigene Behältnisse beim Lebensmitteleinkauf, deutlich weniger für Takeaway-Essen

    30 Prozent nutzen eigene Behältnisse beim Lebensmitteleinkauf oder für den „Coffee to go“, weitaus weniger für das Abholen von Essen in der Gastronomie. Das zeigt eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland.

    Auch im anhaltenden Lockdown ist es weiterhin möglich, eigene Behältnisse für den Einkauf von Lebensmitteln oder die Mitnahme von Speisen zu verwenden und so Müll zu vermeiden. Diese Möglichkeit nutzen meistens oder immer fast 30 Prozent der Deutschen beim Lebensmitteleinkauf im Supermarkt, beim Metzger oder in der Bäckerei oder beim „Coffee to go“ mit eigenem Mehrwegbecher. Beim Abholen von Essen zum Mitnehmen in der Gastronomie nutzt hingegen nur 12 Prozent eigene Behältnisse. Das zeigt eine repräsentative Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschland, die der Spitzenverband heute veröffentlicht hat. Dazu hat Forsa 1.003 erwachsene Deutsche zur Mitnahme von eigene Behältnissen für Heißgetränke, für frische Lebensmittel sowie für fertig zubereitete Speisen befragt.

    Kaffee zum Mitnehmen: Mehr als ein Viertel nutzt häufig mitgebrachte Mehrwegbecher

    • 13 Prozent der Deutschen kaufen regelmäßig, d. h. mindestens einmal pro Monat, einen frisch zubereiteten Kaffee oder Tee zum Mitnehmen, 14 Prozent tun dies nur ein- oder mehrmals pro Jahr.
    • Von den unter 60-Jähigen geben deutlich mehr Befragte an, sich zumindest hin und wieder einen „Coffee to go“ zu kaufen, als von den älteren Befragten.
    • Zudem kaufen sich eher die Einwohner von Großstädten (100.000 oder mehr Einwohner) hin und wieder einen „Coffee to go“.
    • Von allen, die häufiger einen Kaffee zum Mitnehmen kaufen, gaben zwölf Prozent an, immer einen eigenen, mitgebrachten Mehrwegbecher zu verwenden. 15 Prozent gaben an, dies meistens zu tun, 28 Prozent zumindest hin und wieder. 45 Prozent der „Coffee to go“-Käufer gaben an, nie einen Mehrwergbecher zu verwenden.
    Mehr als ein Viertel nutzt häufig mitgebrachte Mehrwegbecher für den Coffee to go. Grafik:
    Mehr als ein Viertel nutzt häufig mitgebrachte Mehrwegbecher für den Coffee to go.
    Grafik: Lebensmittelverband Deutschland

    Einkauf von Lebensmitteln: Zwei Drittel verwenden eigene Behältnisse

    In vielen Lebensmittelgeschäften wie Bäckereien, Fleischereien oder an den Fleisch-, Käse- und Salattheken im Supermarkt kann man eigene Behältnisse für die Einkäufe mitbringen, um Einwegverpackungsmaterial einzusparen.

    • 7 Prozent der Befragten gaben an, immer, 22 Prozent meistens ein eigenes Gefäß zum Einkaufen von Lebensmitteln mitzubringen. Rund ein Drittel der Befragten bringt nie ein eigenes Gefäß wie eine Kunststoff-Dose zum Verpacken der Lebensmittel ins Geschäft mit.
    • Männer (41 Prozent) gaben dabei häufiger an als Frauen (30 Prozent), nie ein eigenes Behältnis zu verwenden.
    • Bei der Betrachtung der Altersgruppen fällt auf, dass die jüngeren Befragten (18- bis 29-Jährige) mit 17 Prozent häufiger eigene Gefäße zum Lebensmitteleinkauf mitbringen.
    Nutzung von kundeneigenen Mehrwegbehältnissen beim Lebensmitteleinkauf
    Nutzung von kundeneigenen Mehrwegbehältnissen beim Lebensmitteleinkauf.
    Grafik: Lebensmittelverband Deutschland

    Viele Deutsche bestellen im Lockdown Takeaway-Essen, nur wenige bringen eigene Behältnisse mit

    Vor dem Hintergrund der COVID-19-Eindämmungsmaßnahmen dürfen Restaurants und Cafés in Deutschland ihre Speisen nur noch liefern oder an Abholer ausgeben.

    • 70 Prozent aller Befragten haben im aktuellen Lockdown Essen in einem Restaurant, Lokal oder Café bestellt und vor Ort selbst abgeholt.
    • Dabei sticht die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen hier mit dem höchsten Wert heraus: 87 Prozent dieser Altersgruppe haben Essen bestellt und abgeholt. Im Gegensatz dazu haben von den über 60-Jährigen nur 53 Prozent Essen bestellt.
    • Nur wenige derjenigen, die in der letzten Zeit Speisen in einem gastronomischen Betrieb abgeholt haben, haben 5 Prozent immer und 7 Prozent meistens eigene Behältnisse mitgebracht, um das Essen darin abfüllen zu lassen. 15 Prozent gaben an, solche selten zu nutzen. 73 Prozent nutzten nie eigene Behältnisse.
    • Hier fällt die Gruppe der über 60-Jährigen auf: Zwölf Prozent von ihnen gaben an, immer ein eigenes Behältnis zum Abholen ihrer Speisen mitzubringen. Das ist deutlich mehr als in allen anderen Altersgruppen.
    Nutzung kundeneigener Mehrwegbehältnisse für Takeaway-Essen im Lockdown
    Nutzung kundeneigener Mehrwegbehältnisse für Takeaway-Essen im Lockdown.
    Grafik: Lebensmittelverband Deutschland

    Gefragt nach der Begründung dafür, selten oder nie eigene Behältnisse mit zum Restaurant genommen zu haben, gaben die Befragten unter anderem Folgendes an:

    • 49 Prozent antworteten, dass sie nicht wussten, ob das Restaurant das akzeptieren würde. 31 Prozent wussten nicht, ob das überhaupt erlaubt ist.
    • 24 Prozent haben nicht daran gedacht und 23 Prozent fanden es zu kompliziert und unpraktisch, eigene Gefäße mitzunehmen.
    • 13 Prozent geben an, keine geeigneten Behältnisse zu besitzen, 8 Prozent hatten hygienische Bedenken.
    • 7 Prozent geben an, das Restaurant hätte mitgebrachte Behältnisse aus hygienischen Gründen bzw. coronabedingt abgelehnt.
    Gründe gegen die Nutzung eigener Mehrwegbehältnisse für Takeaway-Essen im Lockdown
    Gründe gegen die Nutzung eigener Mehrwegbehältnisse für Takeaway-Essen im Lockdown. Grafik: Lebensmittelverband Deutschland.

    Nutzung kundeneigener Mehrwegbehältnisse auch im Lockdown möglich

    Der Lebensmittelverband Deutschland hat im Zuge der Veröffentlichung der Umfrageergebnisse erneut darauf hingewiesen, dass es auch in Corona-Zeiten grundsätzlich zulässig und möglich sei, eigene Behältnisse in Lebensmittelgeschäfte und die Gastronomie mitzubringen, unter der Voraussetzung, dass dort ein paar zusätzliche Regeln der Lebensmittelhygiene beachtet werden. „Wenn ein Kunde seine eigenen Behältnisse mitbringt, so müsse vor allem darauf geachtet werden, dass Kreuzkontaminationen vermieden werden. Das Kundengeschirr muss an einer Stelle gehalten, befüllt und verschlossen werden und darf nicht in sensible betriebliche Bereiche gelangen“, teilt der Verband mit. Auch rechtlich trage der Gastronom keine Verantwortung, wenn das Kundengeschirr ungeeignet ist oder zum Beispiel ungewünschte Stoffe abgibt.

    Für den Umgang mit kundeneigenen Mehrwegbehältnissen hat der Lebensmittelverband Deutschland drei Merkblätter und Lehrvideos veröffentlicht, die auf seiner Website zur Verfügung stehen.

    Haupt-Artikelbild (oben): Make_story Studio – stock.adobe.com